Schuhnägel führten ihn zu einem antiken Silberschatz

Späher Sacha Schneider sucht unwegsames Gelände nach antiken Schätzen ab. (Quelle: Tamedia/20 Minuten)
Späher Sacha Schneider sucht unwegsames Gelände nach antiken Schätzen ab. (Quelle: Tamedia/20 Minuten)
Sacha Schneider ist ehrenamtlicher Späher der Fachstelle für Archäologie im Schweizer Kanton Basel-Landschaft. Mitte November stieß er auf 293 antike Silbermünzen.
Die Archäologie Baselland hat Sacha Schneiders Fund mittlerweile gesichtet und ist begeistert: "Er gehört zu den größten römischen Silberhorten der Schweiz", so die Medienmitteilung. Der Adlerberg bei Pratteln, an dem die Silbermünzen gefunden wurden, sei heute unspektakulär, ein Waldgebiet ohne Auffälligkeiten. Der Fundort liegt in einem steilen Abhang.

Sacha Schneider nutzt sein Wissen und technische Hilfsmittel, um wahrscheinliche Fundorte zu sondieren. "Der Geisswaldweg am Fuß des Adlerbergs deutet auf eine prähistorische Bedeutung des Ortes hin", erklärt er. "Geiss" sei nicht etwa als Tiernahme zu verstehen, sondern als keltische Bezeichnung für einen Ort von Bedeutung.



Ferner studiert Schneider alte Landkarten und deren Höhenkurven. "So erhalte ich Hinweise, wo die Leute durch marschiert sein könnten, wenn sie auf den Hügel wollten." Im Kanton sind rund 50 ehrenamtliche Späher für die Archäologie unterwegs. Sie brauchen dafür eine Bewilligung. Ihre Funde liefern weitere Anhaltspunkte, wo früher Wege oder spezielle Orte waren. Denn die eingetragenen Koordinaten anderer Entdeckungen am Fuß des Bergs verlaufen in eine Richtung. "Ich fand dann Schuhnägel. Das hat mich dazu veranlasst, den Abhang systematisch zu sondieren", so Schneider.

CommentCreated with Sketch.1 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. "Das gibt's ja nicht"

Im unwegsamen Gelände sei er auf eine römische Silbermünze gestoßen. "Das war faszinierend. Das hat man nicht jeden Tag. Sensationell", sagt er über den ersten Fund. Einen halben Meter weiter hat es dann wieder geklingelt. Erst vermutete er eine Patronenhülse, aber er hatte wieder eine Münze ausgegraben. "Das habe ich dann zehn Mal gemacht und gedacht: Das gibt's ja nicht. Da müssen noch mehr sein." Schneider sei dann das Gebiet abgelaufen und überall habe sein Detektor angeschlagen.

Nach etwa vierzig Münzen habe er gestoppt und die Archäologie verständigt. Schneider gibt das Aufspüren historischer Gegenstände einen Kick. "Für mich ist es wie eine Sucht." Der 37-jährige Bauunternehmer geht seinem Hobby während mehr als 300 Stunden pro Jahr nach. "Dieser Fund ist für meine fast vierjährige Späherkarriere schon toll."

Ein wertloser Schatz?

Einen finanziellen Ansporn gebe es nicht, sagt er lachend. Im Communiqué der Archäologie heißt es denn auch: Heute habe der Silberhort keinen messbaren Wert, da die Münzen nicht verkäuflich seien. "Der Besitzer des Silbergeldes wollte vermutlich seine Barschaft in einem sicheren Versteck aufbewahren." Im 2. Jahrhundert hätte diese einem halben Jahreslohn eines Legionärs entsprochen.

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