Diese Meldung hat im Formel-1-Fahrerlager hohe Wellen geschlagen: Gianpiero Lambiase, der langjährige Renningenieur und Vertrauensmann an der Seite Verstappens, wird Red Bull verlassen. Er verlängert seinen Ende 2027 auslaufenden Vertrag nicht. Danach geht es wohl zu McLaren, wo der Brite mit italienischen Wurzeln eine hohe Führungsrolle an der Seite von Teamchef Andrea Stella einnehmen soll.
Der Vierfach-Champion in der Formel 1 und sein Renningenieur sind jedenfalls ein eingespieltes Team. Lambiase ist stets der Mann im Ohr während Verstappen am Lenkrad sitzt. Gemeinsam katapultierten sich die beiden an die Spitze der Formel 1. In eineinhalb Jahren werden sich die Wege dann trennen.
Oder doch nicht? Das deutete zumindest der "Sky"-Experte Ralf Schumacher an, sagte ein echtes Formel-1-Beben voraus. "Max wird sich aus meiner Sicht im nächsten Jahr anders orientieren", prophezeite der Ex-Pilot. Verstappens Vertrag bei Red Bull läuft eigentlich noch bis Ende 2028, enthält aber eine Ausstiegsklausel, die im Sommer greifen könnte. Nämlich genau dann, wenn der Niederländer zur Sommerpause nicht unter den Top Zwei oder Top Drei der Fahrer-Weltmeisterschaft liegt – beides ist aktuell kaum vorstellbar.
Doch was macht Verstappen dann? "Das kann auf der einen Seite ein Abgang von Red Bull sein, weil er nicht mehr an das Team glaubt und ganz aufhört, weil er ja nicht müde wird zu betonen, wie langweilig er die Formel-1-Zeit findet", zeichnete Schumacher einen möglichen Weg auf, fügte aber gleich ein zweites denkbares Szenario an: "Oder er geht mit seinem Ingenieur zu McLaren, was gleichermaßen bedeuten würde, dass es bei McLaren Verhandlungen gibt, dass Oscar Piastri – und das hatten wir ja in der Vergangenheit schon mal – zu Red Bull gehen wird."
Das würde jedenfalls ein Fahrer-Karussell und einen echten Formel-1-Hammer bedeuten. Für Schumacher ist jedenfalls klar, dass die Verstappen-Klausel greifen wird. "Er ist frei, so etwas zu machen." Angesichts des neuen Formel-1-Reglements sind Mercedes, McLaren und auch Ferrari übermächtig. Einen Neuaufbau seines Bullen-Rennstalls werde sich der Vierfach-Weltmeister nicht mehr antun, ist der deutsche TV-Experte sicher.