Seit dem Formel-1-Einstieg des niederländischen Vierfach-Weltmeisters war Lambiase stets als Renningenieur und Vertrauensmann an der Seite Verstappens. Der Brite mit italienischen Wurzeln ist auch heute noch der Mann im Ohr bei Verstappen, die beiden sind ein eingespieltes Team, ihre teils harschen Funk-Konversationen haben bereits Kult-Status erlangt. Der einstige Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko bezeichnete Verstappen und seinen Renningenieur einst bereits als "altes Ehepaar".
Doch nun trennen sich die Wege. Erste Berichte über den bevorstehenden Abgang des Star-Ingenieurs bestätigte der Rennstall selbst nun am Donnerstagnachmittag. "Red Bull Racing bestätigt, dass Gianpiero Lambiase das Team 2028 verlassen wird, wenn sein derzeitiger Vertrag ausläuft", erklärte der Rennstall. "Bis dahin", so ergänzte das Bullen-Team, werde der 45-Jährige "weiterhin seine Aufgaben als ,Head of Racing' und als Renningenieur von Max Verstappen wahrnehmen."
Schon Ende 2025 hatte es wilde Spekulationen über einen Red-Bull-Abgang Lambiases gegeben. Damals galt der Star-Ingenieur als Topkandidat auf die Teamchefrolle bei Aston Martin. Dazu kam es aber nicht. Nun trennen sich die Wege doch – wenn auch erst in frühestens eineinhalb Jahren.
Lambiases Weg soll ihn zu McLaren führen, so wird hinter vorgehaltener Hand im Fahrerlager bereits getuschelt. Und das in einer leitenden Rolle an der Seite von Teamchef Andrea Stella. Oder gar als dessen Nachfolger, wie einige spekulierten. Schließlich gilt der Italiener immer wieder als Kandidat bei Kult-Rennstall Ferrari. Klar ist: Der Wechsel dürfte finanziell besonders lukrativ für Lambiase sein.
Bei Red Bull geht der Aderlass jedenfalls weiter. Star-Designer Adrian Newey ging zu Aston Martin, Sportdirektor Jonathan Wheatley zu Audi und bald zu Aston Martin, Rob Marshall und Will Courtenay zu McLaren. All das könnte womöglich auch ein Fingerzeig bei der Zukunft Verstappens sein.