Missbrauch

Schutz vor sexuellen Übergriffen im Sport stärken

Ein aktueller Fall in Kärnten wirft erneut ein Schlaglicht auf den Schutz von Kindern im Sport und die Bedeutung wirksamer Präventionskonzepte.
Newsdesk Heute
03.03.2026, 23:00
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Ein aktueller Fall aus Kärnten, bei dem ein Sporttrainer übergriffig geworden sein soll, zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, das schwierige Thema sexuelle Grenzverletzungen im Sport stärker in den Mittelpunkt zu rücken. Der Vorfall macht klar: Es braucht eindeutige Regeln, verpflichtende Schutzkonzepte und konsequente Maßnahmen im Trainingsalltag. Gerade die oft noch sehr autoritären und patriarchalen Strukturen im Leistungs- und Vereinssport müssen kritisch hinterfragt und aufgebrochen werden. Laut einer OTS-Aussendung sind klare Veränderungen notwendig.

Sportvereine tragen – wie alle Organisationen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten – eine große Verantwortung. Sie müssen ein sicheres und geschütztes Umfeld bieten. Dafür ist es wichtig, sich intensiv mit Kinderschutzkonzepten auseinanderzusetzen und diese auch wirklich umzusetzen. Besonders Vereine, die stark auf ehrenamtliche Mitarbeit setzen, brauchen dafür finanzielle Unterstützung, fachliche Begleitung und Hilfe beim Aufbau von Strukturen.

Die Österreichischen Kinderschutzzentren stehen betroffenen Kindern, Jugendlichen und ihrem Umfeld mit vielen kostenlosen, vertraulichen und leicht zugänglichen Hilfsangeboten zur Seite.

Hilfe im Krisenfall: In den regionalen Kinderschutzzentren in ganz Österreich bekommen Kinder, Jugendliche und ihre Bezugspersonen rasch und kostenlos Beratung, wenn es brennt. Ziel ist es, Kinder und ihr Umfeld in Akutsituationen zu entlasten, Sicherheit zu schaffen und gemeinsam die nächsten Schritte zu klären. Dazu gehören unter anderem die Einschätzung der Lage, Unterstützung bei Entscheidungen und die Vermittlung an weitere Hilfs- und Schutzmaßnahmen. Falls notwendig, werden auch Dolmetscher beigezogen.

Direkte und anonyme Beratung für Kinder und Jugendliche: Kinder und Jugendliche können sich direkt und anonym an die Chatberatung der Österreichischen Kinderschutzzentren wenden. Speziell geschulte Fachkräfte beraten dort vertraulich zu Grenzverletzungen, Gewalt in der Familie oder im sozialen Umfeld sowie zu Machtmissbrauch und sexuellen Übergriffen – auch in jugendlichen Beziehungen. Die Chatberatung bietet einen geschützten Raum, um über belastende Erfahrungen zu sprechen, Fragen zu stellen und Hilfe zu bekommen – unabhängig davon, ob Erwachsene aus dem Umfeld schon Bescheid wissen. Weil Jugendliche erlebte Gewalt oft zuerst Freundinnen und Freunden anvertrauen, richtet sich das Angebot ausdrücklich auch an junge Menschen, die von Gewalt im Bekanntenkreis erfahren haben und Unterstützung suchen.

Die Chatberatung ist derzeit von Montag bis Freitag zwischen 17 und 21 Uhr erreichbar.

"Kinder und Jugendliche müssen wissen, dass sie mit ihren Sorgen nicht allein sind und dass es sichere Orte gibt, an die sie sich wenden können", betont der Bundesverband der Österreichischen Kinderschutzzentren. "Genauso wichtig ist es, dass Erwachsene hinschauen, Verantwortung übernehmen und bei Verdachtsmomenten nicht wegsehen."

Die Krisenangebote der Österreichischen Kinderschutzzentren werden vom Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz im Rahmen der Förderung "Stärkung der Krisenintervention in Österreich" unterstützt.

Der Bundesverband der Österreichischen Kinderschutzzentren vertritt die Interessen der 36 österreichischen Kinderschutzzentren. Zu den Aufgaben zählen, die Öffentlichkeit für die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen zu sensibilisieren, die Vertretung in politischen Gremien bei Kinderschutzthemen und Initiativen zur Sicherstellung der Finanzierung der Kinderschutzzentren. Außerdem ist er Träger der Fachstelle Prozessbegleitung und der Qualitätssicherungsstelle für Kinderschutzkonzepte.

{title && {title} } red, {title && {title} } 03.03.2026, 23:00
Jetzt E-Paper lesen