"Dunkelstes Kapitel"

Hunderte Missbrauchsopfer bei Christlichen Pfadfindern!

Einer Studie zufolge hat es seit den 1970er-Jahren mehrere Hundert Missbrauchsfälle im größten evangelischen Pfadfinderverband Deutschlands gegeben.
Newsdesk Heute
27.01.2026, 15:22
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Bei der Vorstellung der Aufarbeitungsstudie in Kassel hieß es, seit den 1970er Jahren sei "mindestens 344 Personen im Verantwortungsbereich des Verbandes Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP) sexualisierte Gewalt widerfahren". Die Studie listet außerdem 161 mutmaßliche Täter auf.

Erstellt wurde die Studie vom Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP) in München und dem Dissens-Institut für Bildung und Forschung in Berlin. Nach eigenen Angaben hat der Verband rund 47.000 Mitglieder. Im Fokus der Studie stand der Zeitraum ab 1973, dem Gründungsjahr des VCP, bis 2024.

Hauptsächlich männliche Täter

Marlene Kowalski aus dem Beirat zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im VCP sprach von einem der "dunkelsten Kapitel" in der Geschichte des Verbands. Laut Johanna Hess vom Bildungs- und Forschungsinstitut Dissens waren zwei Drittel der Betroffenen zwischen 13 und 17 Jahren alt, 60 Prozent waren weiblich. In mehr als einem Drittel der dokumentierten Fälle gehen die Forscher von Vergewaltigungen aus.

Rund die Hälfte der Taten habe sich bei Pfadfinder-Fahrten oder Zeltlagern ereignet. Den Angaben zufolge war etwa jeder zweite Täter mit zwischen 18 und 24 Jahren selbst noch relativ jung. Der überwiegende Großteil war männlich. Unter den mutmaßlichen Tätern befinden sich laut Studie nur drei Frauen.

Ähnliche Studie vom Bund der Pfadfinder

Die beiden Forschungsinstitute hatten seit 2023 rund 1.300 Seiten Akten gesichtet und 79 Interviews mit ehemaligen und aktiven Pfadfindern geführt. Peter Caspari vom IPP sprach von einem erheblichen Ausmaß des Missbrauchs im Verband.

Bereits 2024 hatte der Bund der Pfadfinder (BdP) eine ähnliche Studie vorgestellt, die ebenfalls vom IPP betreut wurde. Diese Untersuchung geht von mindestens 50 Beschuldigten und 123 Betroffenen aus. Der BdP hat nach eigenen Angaben rund 30.000 Mitglieder.

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