Zum Jahreswechsel schockierte ein schreckliches Feuer im Schweizer Nobel-Skiort Crans-Montana die Welt. Bei der Tragödie kamen in der Bar "Le Constellation" in der Silvesternacht 40 Menschen ums Leben. Einige von ihnen versuchten noch, das Lokal über einen Notausgang zu verlassen, dieser war jedoch verschlossen.
Die Betreiber – Jacques und Jessica Moretti – sprechen hier jedoch von einer Servicetür. Offizielle Dokumente, über die die französische Zeitung "Le Parisien" berichtet, widersprechen dieser Darstellung. Demnach sei die Tür dort als "Notausgang und Evakuierungsweg" gekennzeichnet.
Wieso die Tür in jener Nacht verschlossen war, können sich die Morettis jedenfalls nicht erklären. Die Betreiberin soll nun die Schuld auf einen Saisonarbeiter schieben. Dieser habe Eiswürfel in die Bar gebracht und die Tür danach verriegelt, so die Version von Jessica Moretti. Zudem habe sich der Koch schuldig gefühlt. Ihr Mann habe ihm daraufhin eine Nachricht geschickt. In dieser hätte er den Mitarbeiter dazu aufgefordert, im Land zu bleiben und die Verantwortung zu übernehmen.
Diese Darstellung der Ereignisse möchte der Koch jedoch nicht so stehen lassen. Er hätte in dieser Nacht nicht einmal Dienst gehabt. Man habe ihn lediglich um Hilfe gebeten, doch auch er habe das Schloss an der Tür nicht öffnen können.
Inzwischen sei der Saisonarbeiter aus der Schweiz ausgereist. Dies habe der Mann allerdings nicht getan, um vor einer Verantwortung davonzulaufen. Es sei dem Koch schwergefallen, "das Lächeln der unschuldigen Verstorbenen zu sehen", wenn er seine Augen schließe.