Der Tod des Teenagers sorgte in ganz Österreich für Betroffenheit: Kolleginnen alarmierten ihre Mutter, als die 17-Jährige an einem Tag im Juli 2021 nicht zur Arbeit erschien. Die Frau ging daraufhin zur Wohnung des Opfers in Graz, konnte die Türe aber nicht aufsperren, da der Schlüssel von innen steckte. Als die Feuerwehr über das Fenster einstieg, fanden die Helfer das Mädchen blutüberströmt und regungslos vor.
Schnell wurde der Ex-Freund der Toten als Verdächtiger ausgemacht. Der 19-Jährige gab schließlich nach anderthalb Monaten zu, sie gewürgt und mit einer Schere in den Hals gestochen zu haben. Am Dienstag findet die Verhandlung am Grazer Straflandesgericht statt. Dem jungen Mann werden das Verbrechen des Mordes und das Vergehen des Schwangerschaftsabbruches vorgeworfen.
Beim Prozessauftakt bestätigte der Angeklagte ohne Emotionen seine Aussagen bei den vorherigen Einvernahmen. Über den Streit mit der 17-Jährigen erzählte er: "Wie sie mir die Kette runtergerissen hat, hat’s bei mir den Schalter umgelegt. Und dann hab i irgendwann nach der Schere gegriffen." Das Opfer wurde laut Ermittlungsergebnissen auch mit einer Bratpfanne geschlagen, daran könne er sich aber nicht mehr erinnern. Sein Verteidiger bezeichnete die Tat als eine Handlung im Affekt, es sei kein vorsätzlicher Mord gewesen. Er gab zudem zu bedenken, dass der junge Mann unter Autismus und ADHS leide. Weil er krank sei, könne man ihm die Tat nicht zum Vorwurf machen.
Laut Gutachter war der 19-Jährige zurechnungsfähig, weist aber eine seelisch-geistige Abartigkeit höheren Grades auf. Deshalb wird auch über die Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher verhandelt.
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