Der Druck auf die Lebenshilfe Leibnitz wächst laut "Kleine Zeitung" nun auch innerhalb des eigenen Vorstands. Obfrau-Stellvertreterin Elisabeth Fuchshofer fordert, die im Raum stehenden Vorwürfe gegen Geschäftsführerin Ulrike Ablasser von unabhängiger Stelle untersuchen zu lassen.
In einem Brief an die Dachverbände der Lebenshilfe in Österreich und der Steiermark sowie an Soziallandesrat Hannes Amesbauer (FPÖ) äußert Fuchshofer Bedenken über die aktuelle Situation. Sie mache sich "seit einiger Zeit große Sorge um unseren Verein", heißt es im Bericht der Tageszeitung.
Gegen Ablasser stehen mehrere Vorwürfe im Raum. Diese betreffen unter anderem ihr Gehalt, den Umgang mit Mitarbeitern sowie den Umgang mit möglichen sexuellen Übergriffen unter Kunden. Ob die Anschuldigungen zutreffen, ist nicht geklärt. Das Land Steiermark prüft, zudem ermittelt die Staatsanwaltschaft.
Fuchshofer selbst will keine Bewertung der Vorwürfe vornehmen. Sie fordert aber eine unabhängige Untersuchung: "Das muss jemand von außen prüfen; nicht wir selbst", wird Fuchshofer in der "Kleinen Zeitung" zitiert.
Damit bekommt auch die bisherige Darstellung der internen Aufarbeitung eine neue Dimension. Ablasser hatte auf ein Schreiben des dreiköpfigen Vorstands verwiesen. Darin hieß es, die erhobenen Vorwürfe seien "sorgfältig geprüft" worden.
Fuchshofers Brief zeigt nun, dass es innerhalb des Vorstands unterschiedliche Positionen gibt. Auch die Abspaltung der Lebenshilfe Leibnitz vom steirischen Dachverband unterstützte die Obfrau-Stellvertreterin demnach nicht. Sie wurde bei dieser Entscheidung überstimmt, berichtet die Tageszeitung.
Fuchshofer geht in ihrem Schreiben noch einen Schritt weiter. Bis zur Klärung der Angelegenheit soll Ablasser ihre Tätigkeit aus ihrer Sicht vorübergehend nicht ausüben.
"Ich möchte, dass die Geschäftsführerin ihre Arbeit ruhen lässt, so lange die Sache nicht geklärt ist", stellt sie laut "Kleine Zeitung" unmissverständlich klar. Eine rasche Aufarbeitung sei notwendig, damit der Verein nicht "noch mehr Schaden nimmt" und für Mitarbeiter und Kunden wieder Ruhe einkehren könne.
Fuchshofer hat auch einen persönlichen Bezug zur Lebenshilfe Leibnitz. Ihr Enkel wird von der Organisation begleitet. Dazu schreibt sie: "Mir ist auch wichtig, dass mein Enkel, der von der Lebenshilfe Leibnitz begleitet wird, durch diese Klarstellung keine Nachteile erfährt!"