Dieses Unwetter zieht jetzt nach Österreich! Im Nordwesten der Schweiz haben schwere Gewitter am Freitagmorgen für zahlreiche Probleme gesorgt. Besonders betroffen sind die Kantone Bern, Solothurn und Aargau. Neben Starkregen und stürmischen Windböen fiel teils ungewöhnlich großer Hagel. Nach Angaben von News-Scouts von "20 Minuten" erreichten einzelne Hagelkörner die Größe von Golfbällen. In Solothurn zerbrach durch den Hagel sogar die Scheibe eines Autos.
Der Bund stufte die Gewittergefahr in mehreren Regionen auf die Gefahrenstufe 4 von 5 hoch. Diese gilt für Aarau-Lenzburg, Frick-Leibstadt, Zurzach-Bülach und das Limmattal. Für weitere Gebiete wurde Gefahrenstufe 3 ausgerufen. Die Gewitterzellen zogen am Vormittag weiter in Richtung Zürich.
Auch der Bahnverkehr war von den Unwettern betroffen. Die Strecke zwischen Biel/Bienne und Grenchen Süd wurde unterbrochen, nachdem große Äste auf den Gleisen lagen. Betroffen waren unter anderem die Linien IC5, IR55 und S20. Nach damaliger Einschätzung sollte die Sperre bis etwa 12 Uhr dauern.
Bereits am frühen Morgen wurden aus mehreren Regionen heftige Wettererscheinungen gemeldet. In Solothurn zog eine markante Gewitterfront auf, während es unter anderem in Safnern im Kanton Bern zu Starkregen, Sturm und Hagel kam.
Unwetter hatten bereits in der Vorwoche in der Schweiz schwere Schäden verursacht. Nach einem Erdrutsch blieb die Calancastrasse im Kanton Graubünden zwischen Molina Nord und den Steinbrüchen von Arvigo aus Sicherheitsgründen gesperrt. Der Abschnitt sollte bis Sonntagabend nicht befahrbar sein. Die Zufahrt bis zum Dorf Buseno sollte dagegen am Freitagabend wieder geöffnet werden. Eine neue Lagebeurteilung war für Samstagmittag vorgesehen.
Auch der Bahnverkehr zwischen Bern und Freiburg war nach Unwetterschäden eingeschränkt. Zwischen Thörishaus Station und Schmitten lagen größere Steinbrocken auf den Gleisen. Die SBB setzte deshalb Ersatzbusse ein und kündigte Verspätungen und Zugausfälle auf mehreren Linien an.
Im Calancatal musste zudem ein Teil der Bevölkerung vorsorglich evakuiert werden. Ein Erdrutsch hatte die Straße ins Tal verschüttet. Die Gemeinde Buseno sperrte die betroffene Strecke und empfahl den Bewohnern, zu Hause zu bleiben. Für die weitere Beurteilung der Lage wurden unter anderem Helikopterflüge in Aussicht gestellt.
Die heftige Wetterlage in der Schweiz hat auch Auswirkungen auf den Alpenraum. In Österreich bleibt es am Freitag, dem 28. August, zunächst vielerorts heiß und schwül. Laut aktueller Prognose werden noch einmal 29 bis 30 Grad, regional auch mehr, erreicht. Besonders im Osten weht kräftiger Südostwind, in den Bergen kann es Föhnsturm geben. Im Westen ziehen bereits erste Schauer und Gewitter auf. Im Laufe des Abends und in der Nacht breiten sich die Gewitter weiter aus und können auch den Osten erreichen. Dabei sind Starkregen, Hagel und stürmische Böen möglich.
Am Samstag, dem 29. August, beruhigt sich die Lage zunächst. Nach dem Durchzug der Gewitter bleibt es aber nicht überall stabil. Vor allem im Westen und im Bergland sind im Tagesverlauf neuerlich Schauer und einzelne Gewitter möglich. Das Unwetterpotenzial ist dabei deutlich geringer als am Freitag, lokal können aber weiterhin kräftige Böen und Starkregen auftreten. Die Temperaturen gehen im Vergleich zum Freitag etwas zurück.
Am Sonntag, dem 30. August, setzt sich wieder häufiger die Sonne durch. In Wien werden etwa 31 Grad erwartet, dazu bleibt es überwiegend trocken und sonnig. Einzelne Schauer oder Gewitter sind vor allem im Bergland möglich, großflächige Unwetter zeichnen sich nach aktueller Prognose nicht ab. Auch in Vorarlberg wird für Sonntag ruhiges Spätsommerwetter mit viel Sonnenschein und nur geringer Schauerneigung erwartet.
Damit liegt der Schwerpunkt der Unwettergefahr in Österreich klar auf Freitagabend und der Nacht auf Samstag. Danach nimmt die Gewittergefahr deutlich ab, bevor am Sonntag wieder überwiegend stabiles und warmes Sommerwetter erwartet wird. Die Prognosen können sich bei Gewittern allerdings kurzfristig ändern, da die Entwicklung und genaue Zugbahn einzelner Gewitterzellen nur begrenzt vorhersehbar ist. Die GeoSphere Austria stellt dafür laufend aktualisierte Prognosen und Warnungen bereit.