144 Stunden im Güterverkehr, 136 im Personenverkehr: Der längste Streik der Lokführergewerkschaft GDL kommt auf die Deutsche Bahn zu. Im Personenverkehr legen die Lokführer ab Mittwochfrüh, 2 Uhr, ihre Arbeit nieder. Der Zugverkehr zwischen Österreich und Deutschland ist bereits ab dem heutigen Dienstagabend beeinträchtigt.
Die ÖBB bieten deshalb mehrere eigene Verbindungen von Innsbruck und Salzburg nach München an. Westbahn-Zugverbindungen sind vom sechstägigen Streik nicht betroffen.
Die Österreichischen Bundesbahnen raten nach wie vor Reisenden, nicht unbedingt notwendige Bahnfahrten zu verschieben. Der innerösterreichische Tagverkehr zwischen Salzburg und Tirol über das Deutsche Eck fahre auch während des GDL-Streiks planmäßig. Mit mehreren eigene Verbindungen stellen sie das Angebot von Innsbruck und Salzburg nach München sicher.
Zusätzlich können Reisende zwischen Salzburg und München auf die stündlich verkehrenden Züge der bayerischen Regionalbahn (BRB) ausweichen, ÖBB-Tickets werden dort anerkannt.
Außerdem können durch ÖBB Mitarbeiter auch einige ICE Züge von Wien bis nach Nürnberg geführt werden.
Genaue Informationen zum Streik und den betroffenen Verbindungen von und nach Österreich werden laufend online aktualisiert und sind über die Scotty App der ÖBB sowie oebb.at abrufbar.
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Die Zugbindung für Tickets von/nach Deutschland ist aufgehoben. Tickets, die vor dem 22. Jänner gekauft wurden, können bei Nichtantritt der Reise storniert und rückerstattet werden. Sollte die Reise zu einem früheren oder späteren Zeitpunkt angetreten werden, können die Tickets bis inkl. 5. Februar genutzt werden.
Nightjet-Tickets von/nach Deutschland, die vor dem 22. Jänner gekauft wurden, können auch im Tagverkehr genutzt werden und sind dort ebenso bis inkl. 5. Februar 2024 gültig
Bei den Konfliktparteien stehen die Zeichen derzeit nicht auf ein Einlenken – die GDL verlangt eine verpflichtende Absenkung der Wochenarbeitszeit, die Deutsche Bahn bietet lediglich ein Wahlmodell zur Arbeitszeitreduzierung um eine Wochenstunde ab 2026. Der deutsche Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) kritisierte die Konfliktparteien scharf und sagte, er habe "null Verständnis" für diese Form der Tarifauseinandersetzung.