Mitten in Dürre-Katastrophe

Serbien droht Kosovo mit Umleitung von wichtigem Fluss

Der serbische Präsident Aleksandar Vucic sorgt aktuell für Aufregung: Er droht damit, den für den Kosovo lebenswichtigen Ibar-Fluss umzuleiten.
Newsdesk Heute
12.08.2026, 18:09
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Vucic verweist als Grund auf die angebliche "Misshandlung" der kosovarischen Serben durch die Behörden in Pristina. Doch laut "20 Minuten" dürfte der eigentliche Auslöser der Streit um den Abriss von 17 Häusern serbischer Bewohner am Gazivode-Stausee sein. Mindestens ein Gebäude wurde bereits abgerissen – und das, obwohl der Rechtsstreit noch nicht abgeschlossen war.

Der 146 Kilometer lange Ibar-Lepenac-Kanal bringt das Wasser vom Gazivode-Stausee nicht nur in den Norden des Kosovo, sondern versorgt auch die Hauptstadt Pristina. Kosovos amtierende Umwelt- und Infrastrukturministerin Fitore Pacolli-Dalipi zeigt sich entsetzt: Die Drohung Vucics sei "tief besorgniserregend und unannehmbar".

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Wasser und Strom für den Kosovo auf dem Spiel

Der Ibar entspringt im Norden Montenegros, fließt durch Serbien und erreicht dann den Norden des Kosovo, bevor er bei Kraljevo in die Westliche Morava mündet. In den 1970er-Jahren wurde beim Dorf Gazivode ein Stausee gebaut, der seither eine zentrale Rolle spielt.

Der Ibar-Lepenac-Kanal bringt Wasser aus dem Stausee in den Norden des Kosovo und nach Pristina. Auch die Wärmekraftwerke Kosovo A und Kosovo B in Obilic sind auf dieses Wasser dringend angewiesen.

Donaupegel: Strom und Ölimporte in Gefahr

Nicht nur die Schweiz, sondern auch der gesamte Balkan kämpft derzeit mit einer extremen Hitzewelle. Am Dienstag wurden bis zu 40 Grad gemessen, von Mittwoch bis Freitag gehen die Temperaturen kurzfristig auf 30 bis 35 Grad zurück – ein auffrischender Nordwind bringt zumindest kurzzeitig Erleichterung. Doch schon am Wochenende steht die nächste Hitzewelle bevor.

Die anhaltende Hitze und Trockenheit haben die Wasserstände vieler Flüsse stark sinken lassen. Besonders dramatisch ist die Lage an der Donau: Hier sind die Pegel so niedrig, dass die Stromproduktion aus Wasserkraft und sogar Ölimporte gefährdet sind.

Vergangene Woche wurde an der Messstelle Bezdan nahe der Grenze zu Ungarn und Kroatien ein historischer Tiefstand gemessen – der Wasserstand ist seither weiter gesunken.

Tragödie nach Brand: Dorfbewohner stirbt

Die Gefahr von Waldbränden ist in weiten Teilen der Region derzeit extrem hoch. Die serbische Polizei bittet die Bevölkerung eindringlich, die Warnungen ernst zu nehmen. Laut einem Polizeisprecher war der Tod eines Dorfbewohners, der vergangene Woche ums Leben kam, die "schwerwiegendste Folge verantwortungslosen Verhaltens".

Der Mann hatte vergangenen Donnerstag in seinem Dorf östlich von Belgrad ein Feuer entfacht, das er nicht mehr unter Kontrolle bringen konnte – mit tödlichen Folgen.

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