Aufregung bei deutschen Motorsportfans.
RTL ist aus der Formel 1 ausgestiegen. Der deutsche Sender übertrug zuletzt vier Rennen pro Saison. RTL wollte aufstocken, ist stattdessen nun ganz raus. In wenigen Tagen erfolgt in Bahrain der Saisonstart. Neben Pay-TV-Rechtehalter Sky gibt es bei unseren Nachbarn immer noch keinen Sublizenznehmer. Brisant: RTL hätte rund zehn Millionen Euro für das Paket mit vier Rennen bezahlen müssen.
Das scheint nach Informationen der "Bild" auch der Konkurrenz zu teuer zu sein. Die Öffentlich-Rechtlichen, ZDF und ARD, hätten bereits abgesagt. Auch ProSiebenSat.1 soll bereits abgewunken haben.
Österreichische Fans haben es hingegen gut. Hier teilen sich wie schon in den letzten beiden Jahren der ORF und Servus-TV die teuren Rechte der PS-Königsklasse. Die Sender übertragen die Grand Prix abwechselnd, frei empfangbar.
In der "Bild" wird ein Sky-Sprecher zitiert: "Auch in der kommenden Formel 1 Saison werden alle Rennwochenenden nur bei Sky zu sehen sein. Inwieweit wir wieder eine Partnerschaft mit einem Free-TV-Partner eingehen, ist offen. Wir haben in jedem Fall mehrere Optionen, einzelne Rennen Free to Air zu zeigen. Neuigkeiten hierzu werden wir rechtzeitig bekanntgeben."
Jetzt könnte es auch in Deutschland zu einer Einigung mit dem Red-Bull-Sender ServusTV kommen. Der österreichische Sender hat sich auch Teilrechte an der deutschen Eishockeyliga DEL gesichert, ist allerdings jüngst auf politischen Gegenwind von Sportfans gestoßen.
Schwurbel-Vorwürfe gegen ServusTV
Düsseldorfer Eishockey-Fans stellten sich offen mit Bannern gegen den Sender. "Aus Servus wurde Schwurbel TV, Eishockey im Free-TV nicht um jeden Preis!", stand auf großen Lettern in der Düsseldorfer Fankurve geschrieben. Die Anhänger bemängeln offenkundig die insgesamte Ausrichtung des Senders.
Diese hat in den vergangenen Jahren vor allem rund um die Corona-Krise auch hierzulande für Gesprächsstoff gesorgt. Mit dem "Schwurbel"-Vorwurf stehen die DEG-Fans nicht alleine da. Servus wird vorgeworfen, bei Diskussionsrunden höchst umstrittenen Pseudowissenschaftlern und damit der Impfgegnerschaft eine Bühne zu bieten. Zuletzt wurde bekannt, dass Servus mit der Sendung "Der Wegscheider" in fünf Fällen gegen das Objektivitätsgebot des Mediengesetzes verstoßen habe. Das entschied die Medienbehörde KommAustria.
Noch ist ein möglicher F1-Einstieg in Deutschland nur Spekulation. Immerhin: Servus zeigt die Formel 1 bereits in Österreich, hat mit Red Bull Racing und Alpha Tauri zwei Teams aus dem eigenen Konzern in der Rennklasse.
Findet Sky keinen Abnehmer, bedeutet das nicht nur, dass der Sender auf Einnahmen verzichten muss. Das Unternehmen wäre rechtlich dazu verpflichtet, selbst vier Rennen im Free-TV zu zeigen.