Sexarbeit wird ab Juli wieder erlaubt

Grünes Licht für das Rotlicht! Ab 1. Juli dürfen Sexarbeiterinnen in Österreich wieder ihre Dienste anbieten. Viele Prostituierte kämpfen seit der Corona-Krise im Land um ihre Existenz.

Anlässlich des Welthurentages am 2. Juni spricht sich die Volkshilfe Wien mit ihrer Beratungsstelle SOPHIE vehement für eine Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen von Sexdienstleisterinnen aus. "Schon vor der Corona-Krise waren Sexarbeiterinnen von Diskriminierung, Stigmatisierung, erschwerten Arbeitsbedingungen und einem erschwerten Zugang zu den öffentlichen Leistungssystemen betroffen", erklärt Eva van Rahden von der Beratungsstelle SOPHIE.

Die Situation der Frauen haben sich in der Corona-Krise noch einmal verschärft, viele Prostituierte kämpfen seither um ihre Existenz - "Heute" berichtete.

"Wir haben bisher über 300 Lebensmittelpakete und Gutscheine ausgegeben und 2020 über 400 Frauen bei der Existenzsicherung beraten", so Eva van Rahden weiter. Verschärfend war laut van Rahden auch der immer lauter werdende Ruf nach einem generellen Sexkaufverbot. "Dem treten wir entschieden entgegen".

Forderung nach Konzept für sichere Sexarbeit

Die Folge eines Verbots wäre eine weitere Stigmatisierung des Berufs und die Verdrängung der Sexarbeit in die Illegalität, in der die Prostituierten dann ganz ohne Unterstützung und Schutz auskommen müssten. Statt eines Verbots brauche es "ein Konzept zur sicheren Sexarbeit in Österreich, einen Diskurs abseits der Stigmatisierung und Unterstützung für Sexarbeiterinnen“, stellt van Rahden klar.

Auch Tanja Wehsely, Geschäftsführerin der Volkshilfe Wien, begrüßt die erst kürzlich veröffentlichte 231. Verordnung der Bundesregierung, die es Sexarbeiterinnen ab dem ersten Juli wieder erlaubt, ihrer Arbeit nachzugehen. "Es war höchst an der Zeit, dass das Arbeitsverbot aufgehoben wird, und klar geregelt wird, wie Sexarbeit in Corona-Zeiten geleistet werden kann", so Wehsely.

Und weiter: "Die Volkshilfe Wien mit ihrer seit 17 Jahren tätigen Beratungsstelle für Sexarbeiterinnen war in den letzten Monaten buchstäblich damit beschäftigt, den Sexarbeiterinnen das Überleben zu sichern". Durch Ausgabe von Lebensmittelpaketen, Lebensmittelgutscheinen und Beratung in allen Lebenslagen. In einem Monat können die Sexarbeiterinnen nun wieder ihrer Arbeit nachgehen.

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