Jonathan Bailey sorgt derzeit nicht nur auf der großen Leinwand für Furore, sondern auch auf den Titelseiten der Magazine. Kaum war bekannt, dass "People" ihn zum "Sexiest Man Alive" gekürt hat, überschlugen sich die Schlagzeilen.
Der gefeierte "Bridgerton"-Darsteller, der auch in "Jurassic World" und aktuell im Kinohit "Wicked" begeistert, wirkt heute wie ein selbstbewusster Superstar, der Hollywood im Sturm erobert. Doch der 37-Jährige trägt eine Vergangenheit mit sich, die alles andere als glamourös war.
In einem Interview mit "Sky News" verriet Bailey jetzt, dass seine Schulzeit von Mobbing geprägt war – aufgrund seiner Sexualität. Als Botschafter der Organisation "Just Like Us" verfolgt er deshalb ein klares Ziel: "Jedem Kind die bestmöglichen Chancen in der Schule zu ermöglichen."
Reporter Jayson Mansaray konfrontiert ihn im Gespräch mit einer bitteren Realität: LGBT+-Schüler seien doppelt so gefährdet, an Angststörungen, Depressionen oder Panikattacken zu leiden. Bailey bestätigt das nur zu gut: "Ich habe all das auch selbst durchmachen müssen. Mir war sehr früh klar, dass es für mich eigentlich sehr deutlich und klar war, wer ich bin und es damit nicht sicher für mich ist", erinnert er sich.
Wenn auch du unter Depressionen oder an psychischen Herausforderungen leidest, dann findest du hier Hilfe:
TelefonSeelsorge – Notruf 142 (täglich 0-24 Uhr)
Kriseninterventionszentrum: 01/4069595
Courage Beratungsstelle: 585 69 66
Homosexuelle Initiative Wien (hosi): +43 1 216 66 04
Seine Schulzeit beschreibt er als ein enges Korsett: "Es war nicht sicher und wurde nicht zelebriert und fühlte sich an, als wäre ich in einer Zwangsjacke." Gegenüber Freunden habe er versucht, anderen zu erklären, dass seine Gefühle für Männer dieselben seien, die Heterosexuelle für das andere Geschlecht empfinden.
Doch für viele queere Jugendliche sei das offene Aussprechen ihrer Identität weit mehr als ein emotionaler Schritt – "eine Angelegenheit um Leben und Tod". Bailey deutet damit an, dass queere Teenager nicht nur einem höheren Risiko von Übergriffen ausgesetzt sind, sondern auch deutlich häufiger mit Suizidgedanken kämpfen.
Gerade deshalb will Jonathan Bailey heute als Vorbild vorangehen, um jungen Menschen zu zeigen, dass ihre Sexualität sie nicht definieren oder begrenzen muss. In Hollywood bricht Bailey längst Rekorde: Ein offen homosexueller Schauspieler, der Blockbuster in heterosexuellen Hauptrollen trägt und nun sogar als "James Bond" im Gespräch sein soll – was früher undenkbar schien, zeigt heute einen deutlichen Wandel.
Trotzdem betont Bailey, dass die Herausforderungen weit über Sexualität hinausgehen: "Teil davon, erwachsen zu werden – und da geht es nicht nur um Sexualität – es geht auch um Ethnie, Gesellschaftsschicht, darum, wo du herkommst… uns allen werden einengende Erzählungen mitgegeben, von denen wir uns befreien müssen."