Hitzige Debatte mit Stegner

"Sie eiern rum!" – Markus Lanz platzt im TV der Kragen

Bei Markus Lanz gerieten Moderator und SPD-Politiker Ralf Stegner heftig aneinander. Auslöser war die Debatte über Reformen und deren Vermittlung.
André Wilding
16.09.2026, 08:12
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Ein Satz von Ralf Stegner brachte Markus Lanz in seiner Talkshow auf die Palme. Als der SPD-Politiker in der Diskussion über Reformen davon sprach, Politik besser erklären zu müssen, widersprach der Moderator energisch.

"Dieser Satz widert mich langsam an", sagte Lanz. Dann legte er nach: "Diese Floskel von den Wählern, denen man angeblich irgendwas erklären muss! Und die man dann irgendwo, ich weiß nicht genau, wo dieser Ort sein soll, dieser geheimnisvolle, wo man sie abholen muss! Das kann ich wirklich nicht mehr hören!"

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Lanz kritisiert Haltung gegenüber Wählern

Lanz störte sich vor allem an der Vorstellung, politische Entscheidungen müssten den Wählern lediglich besser vermittelt werden.

"Diese paternalistische Haltung, die uns genau dahin gebracht hat, wo wir heute sind! Sie müssen nichts besser erklären. Die Leute verstehen ganz genau, worum es da geht. Vielleicht verstehen sie es zu gut, und deswegen wählen sie Sie nicht!"

Stegner widersprach: "Dass die zu blöd sind, um zu verstehen, das ist nicht mein Argument".

Doch Lanz blieb bei seiner Kritik: "So klingt das aber! Welche Rentenreform wollen Sie denn eigentlich machen? Wissen Sie das eigentlich noch selber? Sie als Regierung! Wer unterstützt was? Sie reden so, als wären Sie die Opposition! Und genau das ist Teil des Problems."

"Die Leute sind nicht doof"

Als Stegner seine Position weiter erläutern wollte, unterbrach ihn Lanz erneut: "Jajajajaja. Die Leute sind nicht doof. Deswegen muss man sie auch nicht irgendwohin mitnehmen, und auch nicht abholen. Man muss das alles nicht machen."

Der Moderator kritisierte dabei auch die Reaktion der SPD auf das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt und bezeichnete die Partei als "aufgescheuchter Hühnerhaufen". "Und dann", so Lanz, "entsteht dieses Chaos, und die Leute haben das Gefühl, die meinen gar nicht mehr ernst, was sie sagen."

Debatte über Antisemitismus

Später wurde auch über Antisemitismus und Migration diskutiert. Lanz konfrontierte Stegner dabei mit seiner eigenen Einschätzung: "Herr Stegner, ganz ohne Schaum vor dem Mund: Wenn Sie sagen, das ist in diesem Land wieder ein Problem, haben Sie völlig recht, aber müsste man dann nicht ehrlich und selbstkritisch sagen: Der Antisemitismus, über den wir heute sprechen, ist arabisch geprägter Antisemitismus?"

Anschließend fragte Lanz, ob dieser "was zu tun haben mit der Migrationspolitik der vergangenen Jahre"?

Journalist Michael Bröcker brachte danach eine mögliche Zusammenarbeit der Berliner SPD mit der Linkspartei ins Spiel und erklärte: "Es ist ausgeschlossen für die Berliner SPD, mit dieser Linkspartei, die in Teilen gesichert antisemitische Elemente hat, zusammenzugehen. Das könnten Sie heute Abend hier sagen."

Stegner antwortete zunächst: "Ich habe das nicht zu entscheiden." Nach Bildern von einer Palästinenser-Demonstration, bei der "Yalla Intifada" gerufen wurde, ergänzte der SPD-Politiker: "Wenn solche Leute was zu melden haben, kann man mit denen nicht zusammenarbeiten."

Markus Lanz war diese Antwort nicht eindeutig genug. Sein knappes Urteil an Stegner: "Sie eiern rum!"

wil,16.09.2026, 08:12
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