Jetzt fehlt Geld für Pflege

Sie vertrauten Bekannten – dann waren 700.000 Euro weg

Mit dem Verkauf ihres Hauses wollten Silvia und Wolfgang G. ihre Zukunft absichern. Jetzt fehlt sogar das Geld für die Pflege des kranken Mannes.
Michael Pollak
15.07.2026, 05:30
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40 Jahre lang wurde gespart, doch heute ist das Geld weg. Nach dem Verkauf ihres Hauses überwies das Ehepaar Silvia und Wolfgang G. 700.000 Euro an einen Steuerberater und Wirtschaftstreuhänder. Die Wiener kannten ihn seit vielen Jahren, vertrauten ihm blind.

Das Versprechen: Der Finanz-Experte würde das Geld so anlegen, dass es die Zahlung der Pflege des Mannes sowie die Kosten einer Seniorenresidenz decken würde. Denn der Gesundheitszustand des Mannes hatte sich massiv verschlechtert.

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Heute kämpfen die beiden nicht nur um ihr Erspartes, sondern auch um die Finanzierung der dringend benötigten Pflege.

"Wir mussten bereits in eine kleinere Wohnung ziehen", erzählt Silvia G. im Gespräch mit "Heute". "Unser Sohn hilft uns aus, sonst könnten wir unser Leben kaum finanzieren."

"Das können wir uns nicht leisten"

"Meinem Mann geht es sehr schlecht. Er braucht einen Rollstuhl und kann nicht mehr gehen", sagt die Pensionistin. Ihr Mann leidet an Morbus Parkinson, hat drei Stents, eine neue Herzklappe sowie mehrere Operationen an der Wirbelsäule und Hüfte hinter sich. "Die Pflege kostet so viel, das können wir uns nicht leisten."

Rückblende: Der ihnen seit Jahrzehnten bekannte Finanz-Experte empfahl einen "sicheren" Pensionsvertrag mit einer monatlichen Leibrente. Im Beisein eines von ihm vorgeschlagenen Notars unterschrieb das Paar den Vertrag und überwies die 700.000 Euro auf dessen Konto bei der Bank.

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Zehn Monate lang erhielten sie die vereinbarte Leibrente. Dann kam der Schock.

"Wir waren entsetzt"

"Plötzlich haben wir kein Geld überwiesen bekommen. Wir waren entsetzt!", erzählt die Frau. Der schlimme Verdacht: Der Experte ist pleite. Sofort hätten sie versucht, mit dem Mann Kontakt aufzunehmen und einen Rechtsanwalt eingeschaltet. "Wir haben alles Mögliche versucht. Aber wenn die Finanzmarktaufsicht die Hand auf dem Konto hat, dann haben wir keine Chance auf unser Geld."

Inzwischen ist der Steuerberater offiziell insolvent, die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) beschäftigt sich mit dem Fall. Das Ehepaar wird vom Kreditschutzverband vertreten.

"Bei der Tagsatzung waren wir. Ich habe mit dem Masseverwalter gesprochen. Es hat sich herausgestellt, dass fast 50 Personen geschädigt wurden."

„Irgendwann wird der Fall erst vor Gericht landen. Und dann müssen wir ein Urteil abwarten, bevor wir einen Zivilprozess gegen den Mann starten können. Da könnten wir unser Geld einklagen. Aber für einen langen Prozess haben wir kein Geld."

Hoffen auf nur sieben Prozent der Summe!

Ob Silvia und Wolfgang G. ihr Geld jemals wiedersehen, ist völlig offen. "Man sagt uns, dass wir vielleicht in drei Jahren rund sieben Prozent zurückbekommen", erzählt Silvia G. "Wir wissen gar nicht, ob wir in unserem Alter das Ende des Falls noch erleben."

{title && {title} } POM, {title && {title} } Akt. 15.07.2026, 09:18, 15.07.2026, 05:30
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