Ende März haben die Bayern-Bosse Oliver Kahn und Hasan Salihamidzic die Reißleien gezogen, trennten sich von Coach Julian Nagelsmann, Thomas Tuchel übernahm daraufhin. Allerdings ohne Erfolg. Seither konnten die Münchner nur zwei von sieben Spielen gewinnen, scheiterten im DFB-Pokal und in der Champions League, mussten Platz eins nach der 1:3-Pleite in Mainz ebenso räumen. Es droht eine Saison ohne Titel – in Bayerns Hauptstadt eigentlich undenkbar.
Deshalb wurde zuletzt auch die Kritik an der Führungsetage immer größer. Der Vorstandsvorsitzende Kahn steht gehörig unter Druck. Der Aufsichtsrat habe sich bereits mit seiner Absetzung befasst, berichteten zuletzt deutsche Medien. Am 22. Mai wird seine Zukunft, sein Vertrag läuft bis 2024, in einer Aufsichtsratssitzung entschieden. Auch Sportvorstand Salihamidzic geriet in die Kritik, bei seinen Verpflichtungen hatte er nicht immer ein glückliches Händchen. Und Bayerns größtes Manko aktuell ist der fehlende Mittelstürmer. Der Abgang von Star-Kicker Robert Lewandowski konnte nicht ersetzt werden.
Doch unabhängig davon, ob die Bayern die Saison mit dem "Mindestanspruch Meistertitel" noch retten können, steht ein riesiger Kader-Umbruch im Sommer bevor. Einem "Kicker"-Bericht zufolge finden sich gleich sieben Bayern-Stars auf der Münchner Streichliste.
Allen voran Sommer-Neuzugang Sadio Mane. Der Ex-Liverpool-Kicker war als echter Weltstar im Fußball geholt worden, sollte gemeinsam mit anderen Offensivspielern den Lewandowski-Abgang kompensieren. Doch Mane konnte – auch wegen einer langwierigen Verletzung des Wadenbeinköpfchens, die ihn sogar die WM-Teilnahme kostete – nicht an die Leistungen im Trikot der "Reds" anknüpfen. Hinzu kommt der Prügel-Eklat von Manchester, als Mane seinem Mitspieler Leroy Sane eine blutige Lippe schlug. Ein Abnehmer wird bereits gesucht.
Ebenso soll Serge Gnabry ein Abgangskandidat sein. Der deutsche Teamspieler war zuletzt auf den Flügeln nicht gesetzt, half als Mittelstürmer aus. Allerdings wollen die Münchner ja einen klassischen "Neuner" holen, damit wäre kein Platz mehr für Gnabry. Salihamidzic holte im vergangenen Sommer Ryan Gravenberch und Noussair Mazraoui von Ajax Amsterdam. Doch beide konnten sich bisher nicht durchsetzen, sind deshalb unzufrieden und ebenso Abgangskandidaten.
Ein Versprechen für die Zukunft bleibt Mathys Tel, der 18-Jährige könnte verliehen werden, um mehr Spielpraxis zu erhalten. Fix gehen dürfte wohl Yann Sommer, nach nur einem halben Jahr bei den Bayern. Der Schweizer wurde erst im Jänner geholt, um auf die Verletzung von Manuel Neuer zu reagieren. Sommer leistete sich einige Unsicherheiten, wäre bei einer Neuer-Rückkehr nur noch die zweite Wahl, kann deshalb gehen. Offen ist die Zukunft von Joao Cancelo. Der Leihspieler von Manchester City zeigte Licht und Schatten auf dem Feld. Eine fixe Verpflichtung hänge demnach von Coach Tuchel ab. Wenn der 49-Jährige den Portugiesen behalten möchte, würden die Bayern mit City nachverhandeln. Die fest vereinbarte Kaufoption in der Höhe von 70 Millionen Euro ist zu teuer.
Neben einem klassischen Stürmer – hier werden Victor Osimhen von Napoli, Frankfurts Randal Kolo Muani und Ex-Sturm-Ass Rasmus Höjlund ins Spiel gebracht – möchte Tuchel auch einen echten Abräumer, hat dabei mit Mateo Kovacic, den er bei Chelsea trainierte, einen Wunschkandidaten. Auch Ex-Real-Ass Casemiro sei ein Thema.
Offen ist weiterhin die Zukunft von ÖFB-Ass Marcel Sabitzer, der aktuell an Manchester United verliehen ist, sich dort wohlfühlt. Mit Landsmann Konrad Laimer haben die Bayern aber bereits den designierten Nachfolger unter Vertrag genommen.