Nach dem missglückten Trainerwechsel von Julian Nagelsmann zu Thomas Tuchel versinken die Münchner völlig in der Krise. Im DFB-Pokal und der Champions League sind die Bayern bereits ausgeschieden, in der deutschen Bundesliga musste der Traditionsklub den Platz an der Tabellenspitze räumen. Hinzu kommen interne Querelen, wie der Prügel-Eklat rund um Sadio Mane gegen Leroy Sane nach der Niederlage in Manchester und die Diskussionen um den Vorstandsvorsitzenden Oliver Kahn. Dieser soll laut einem Tweet von Ex-Rapid-Stürmer Jan Aage Fjörtoft kurz vor der Ablöse stehen. Der Aufsichtsrat der Münchner habe sich demnach bereits mit einem Rauswurf des ehemaligen Weltklasse-Torwarts beschäftigt.
Nachdem Kahn und "Sky"-Experte Matthäus nach der Nagelsmann-Entlassung bereits verbal aneinandergeraten waren, hat der 62-Jährige nun noch einmal nachgelegt, kritisierte den Führungsstil seines ehemaligen Teamkollegen.
"Es könnte jederzeit etwas passieren, an das man vor drei bis vier Monaten noch nicht gedacht hat. Oliver Kahn hat den Laden auf jeden Fall nicht im Griff", urteilte Deutschlands-Rekordteamspieler nun in der "Bild". "Oliver Kahn ist unsichtbar an der Geschäftsstelle, für die Mitarbeiter! Er hat andere Interessen, eine Familie, gerne den Kopf frei, er spielt gern Golf. Auf einmal muss er für ein Unternehmen in der Krise die Verantwortung tragen: eine neue Welt für ihn. Vielleicht hat er das unterschätzt", fällte Matthäus ein knallhartes Urteil.
Außerdem kritisierte der 62-Jährige, dass Kahn nicht das Ohr bei den Fans habe. Die Münchner würden den FC Bayern "leben und lieben, sie leiden mit dem Klub", das würde man auf der Straße merken. "Aber Oliver geht nicht dorthin, vielleicht fehlt ihm dadurch das Gespür, wie die Fans ticken, was sie bewegt", unterstrich Matthäus.
Der Weltmeister von 1990 enthüllte bereits, dass auch Bayerns Ehrenpräsident Uli Hoeneß mit der aktuellen Münchner Führungsriege – neben Kahn auch Sportvorstand Hasan Salihamidzic und Präsident Herbert Hainer – "unzufrieden" sei. Ein Umstand, der sich auch beim überraschenden Hoeneß-Besuch beim Bayern-Training an der Säbener Straße verdeutlichte. Matthäus selbst sprach sich aber gegen eine Kahn-Entlassung noch während der Saison aus.