Nur wenige Tage nach dem verheerenden Großbrand steht der Föhrenwald bei St. Egyden erneut in Flammen. Am Freitagmittag brach dort wieder ein Waldbrand aus, der sich aufgrund der anhaltenden Hitze und des Windes rasch ausbreitete. Eine riesige Rauchwolke war kilometerweit zu sehen.
Besonders dramatisch: Aus Sicherheitsgründen musste bereits eine Wohnsiedlung evakuiert werden. Nach ersten Informationen bestand die Gefahr, dass sich das Feuer weiter ausbreitet und auch den Bereich der B26 erreicht.
Der niederösterreichische Landesfeuerwehrverband bestätigte den laufenden Großeinsatz gegenüber "Heute". Mittlerweile kämpfen 84 Feuerwehren mit 700 Einsatzkräften gegen die Flammen. Zahlreiche Einsatzkräfte versuchen mit Hochdruck, ein Übergreifen des Brandes auf weitere Waldflächen und bewohnte Gebiete zu verhindern.
Mehrere Straßen wurden bereits gesperrt. Aufgrund des laufenden Einsatzes liegen derzeit noch keine gesicherten Informationen über das genaue Ausmaß des Brandes vor.
Für die Region ist es bereits der zweite Großeinsatz innerhalb kurzer Zeit. Erst am 5. August war in unmittelbarer Nähe ein verheerender Waldbrand ausgebrochen. Damals zerstörten die Flammen rund 100 Hektar Waldfläche. Extreme Temperaturen und starke Windböen hatten den Einsatzkräften die Löscharbeiten massiv erschwert.
Derzeit handelt es sich aber nicht direkt um dasselbe Gebiet, das vom Feuer betroffen ist, erklärt Neunkirchens Bezirksfeuerwehrkommandant Mario Lukas gegenüber "ORF NÖ". Mittlerweile musste auch die höchste Alarmierungsstufe (B4) ausgegeben werden.
Wie der ORF Niederösterreich berichtet, mussten Teile der Katastralgemeinde Neusiedl am Steinfeld vorsorglich evakuiert werden. Betroffen waren die Bahnstraße, die Waldstrandsiedlung sowie die Obere und Untere Waldgasse. Die Bewohner wurden aus Sicherheitsgründen in Sicherheit gebracht. Auch ein Gasthaus im Gefahrenbereich musste den Betrieb einstellen. Laut ORF berief die Gemeinde zudem einen Krisenstab ein, wie Vizebürgermeister Johannes Tinhof (SPÖ) bestätigte.
Die Löscharbeiten werden die Einsatzkräfte noch lange beschäftigen. Wie Bezirksfeuerwehrkommandant Lukas gegenüber dem ORF erklärte, habe der Wind bereits mehrmals gedreht, wodurch sich die Flammen immer wieder in neue Richtungen ausbreiteten und die Brandbekämpfung zusätzlich erschwert werde.
Nach derzeitiger Einschätzung dürfte der Großeinsatz mindestens bis Samstagfrüh andauern. Neben zahlreichen Feuerwehren stehen auch Löschhubschrauber, der Flugdienst sowie der Sonderdienst Waldbrand im Einsatz.
Unterstützung kommt außerdem vom Roten Kreuz. Die Hilfsorganisation ist unter anderem mit vier Rettungswagen, einem Kriseninterventionsteam sowie zwei Bezirkseinsatzleitern vor Ort. Zusätzlich helfen die Einsatzkräfte bei der Evakuierung mehrerer Wohnhäuser. Für betroffene Anrainer wird zudem eine Notunterkunft eingerichtet, erklärte Rotkreuz-Sprecherin Sonja Kellner.