Viele Partner in Gefahr

Signa-Insolvenz könnte riesige Pleite-Lawine auslösen

Die Pleite der Signa dürfte massive Auswirkungen auf die gesamte Immo-Branche haben und viele Unternehmen mitreißen, fürchtet ein deutscher Experte.

Wolfgang Bartosch
Signa-Insolvenz könnte riesige Pleite-Lawine auslösen
Der gefallene Immo-Jongleur Benko vor den Trümmern seines einstigen Imperiums
Robert Haas / SZ-Photo / picturedesk.com

Nach zuletzt noch fieberhaften Verhandlungen mit potenziellen Investoren ist die Signa Holding von René Benko am Mittwoch finanziell in die Knie gegangen. Die Ausmaße sind aufgrund der Verflechtungen und des aus rund 1.000 Unterfirmen bestehenden Konstrukts noch nicht absehbar.

Allerdings fürchten Experten laut Magazin "Spiegel", dass das gesamte Firmengebilde zusammenbrechen und Unternehmen wie die deutsche Warenhauskette Galeria mitreißen könnte. Ebenfalls erwartet wird, dass die beiden großen Konzerntöchter der Holding bald in die Insolvenz folgen könnten. Das betrifft die Signa Prime, in der wertvolle Bestandsimmobilien zusammengefasst sind, sowie die Signa Development, die in zahlreichen österreichischen und deutschen Innenstädten etwa Bürogebäude, Wohnanlagen, Hotels und Geschäftsflächen errichtet.

Vor allem kleineren Partnern droht Pleite

Auch für Partner von Signa könnte es eng werden, sagt Tobias Just, Immobilienökonom an der Universtät Regensburg, im Talk mit dem "Spiegel". "Wenn es zu Zahlungsausfällen käme, hätte dies weitreichende Konsequenzen für viele Akteure", meint Just. "Zunächst wären all diejenigen betroffen, die Benkos Gruppe Geld geliehen haben oder Bauaufträge für sie ausführen. Sie könnten Geld verlieren."

Ebenfall massive Probleme bekämen kleinere Baufirmen, für die Benko-Aufträge einen Großteil ihres Geschäfts ausmachen. Sie könnten "ernsthafte Liquiditätsprobleme bekommen".

Noch strengere Regeln für Kreditvergabe

Zudem könnte die Signa-Insolvenz auf den Umgang mit Immobilien-Krediten erhebliche Auswirkungen haben. "Banken sehen sich die Vorgänge genau an und dürften bei der Kreditvergabe noch vorsichtiger werden", glaubt Just. "Banken werden auf noch niedrigere Darlehensanteile pochen." Investoren bliebe dann nichts anderes übrig, als auf teurere Finanzierungsformen umzuschwenken. Das würde Bauprojekt zusätzlich verteuern.

Die größten Herausforderungen sieht Just fürInnenstädte, wo es bereits jetzt Verzögerungen bei Bauprojekten der Signa gibt. Hier könnte sich die Entwicklung über Jahre verschlechtern, weil es häufig um Objekte ginge, die ganze Innenstädte prägten. "Ein heruntergekommenes Haus entwertet ganze Nachbarschaften und zieht weitere Probleme an", zitiert der "Spiegel" Just.

Der Immo-Experte hofft deshalb, dass sich schnell jemand findet, der die Projekte weiterführt. Allerdings werde es im derzeitigen Marktumfeld schwierig werden, einen Käufer für alle Objekte zu finden. "Die Verhandlungen können sich lange hinziehen, denn das Konzept des Warenhauses ist nicht mehr zeitgemäß, es liegt nicht nur an einem problembehafteten Betreiber. Letztlich sind neue Nutzungskonzepte für die Warenhäuser nötig."

Als möglicher Interessent wird schon länger die thailändische Central Group des Multimilliardärs Tos Chirathivat gehandelt. Erst jüngst hat der langjährige Signa-Partner die Mehrheit an der britischen Luxuswarenhauskette Selfridges übernommen.

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