Die roten Ampelphasen können ziemlich nerven und unter Zeitdruck einen dazu verleiten, über rot zu gehen. Das Warten auf das grüne Licht kann aber auch das Leben verändern. An der Kreuzung Brigittenauer Lände und Obere Donaustraße findet man nämlich Notizen, die von den Erfahrungen einiger Wiener erzählen.
Die erste Notiz kam von einer Wienerin, deren Liebesleben sich aufgrund der Ampel schlagartig veränderte. "Ich warte hier insgesamt zwei Wochen pro Jahr. Hier habe ich meinen Mann kennengelernt und zwei Kinder gezeugt. Danke, Stadt Wien!", schwärmte sie von der sonst nervigen Wartezeit.
Diese wunderschöne Geschichte rief weitere Wiener Fußgänger auf den Plan, den Pfeiler mit weiteren Zetteln zu versehen. "Die Ampel wird alle 100 Sekunden grün" war sich eine unbekannte Person sicher und fügte hinzu: "Ich habe meine Freundin auf Tinder kennengelernt und wir haben keine Kinder."
Eine weitere, in Klarsichtfolie geschützte Nachricht, berichtet von ganz skurrilen Ereignissen: "Seit ich meinem Gspusi erzählt habe, dass die Ampel immer rot ist, ist die Ampel immer grün, sobald ich mit ihm in die Nähe komme." Auch hier folgten ein paar Eckdaten zum Beziehungsstatus, denn ihren "Gspusi" habe sie auch in der Dating-App Tinder kennengelernt. Kinder habe man zwar keine, dafür aber einen Hund und eine furzende Mitbewohnerin.
Unabhängig davon, ob man seine bessere Hälfte an dieser Ampel nun tatsächlich trifft oder nicht. Klar ist: Diese Ampel zeigt, dass es sich lohnt, die Straßenverkehrsregeln einzuhalten. Während man gezwungen ist zu warten, kann man mit anderen Fußgängern ins Gespräch kommen und sich gemeinsam über die rote Ampel beschweren. So findet man immerhin die erste Gemeinsamkeit.