Sizilien: Polizei bewacht Supermärkte vor Plünderern

In Sizilien brodelt die Stimmung aufgrund der andauernden Ausgangssperre. nach Berichten über Plünderungen wurden bewaffnete Polizisten vor Supermärkten postiert.

Die bereits mehr als einen Monat andauernde Ausgangssperre aufgrund der Corona-Pandemie in Italien sorgt für Spannungen. Weil viele aufgrund der Quarantäne kein Geld mehr haben, soll es auf Sizilien Plünderungen gegeben haben. Deshalb haben dort seitdem bewaffnete Polizeieinsatzkräfte vor Supermärkten Stellung bezogen.

Laut der Tageszeitung "La Repubblica" verließ am Donnerstag eine Gruppe von Einheimischen einen sizilianischen Supermarkt, ohne zu zahlen. "Wir haben kein Geld, um zu bezahlen, wir müssen essen", habe einer von ihnen den Kassierern zugerufen. Der "Corriere della Sera" berichtete, in anderen sizilianischen Städten seien Inhaber kleiner Läden von Anrainern unter Druck gesetzt worden, ihnen kostenlos Essen zu geben. Ministerpräsident Giuseppe Conte kündigte am Wochenende die Ausgabe von Lebensmittelgutscheinen an.

Millionen Menschen ohne Einkommen

Presseberichten zufolge wächst in Italien die Hoffnungslosigkeit angesichts der Coronavirus-Pandemie und ihrer Auswirkungen auf die Wirtschaft. Die Zeitung schrieb von einer tickenden "sozialen Zeitbombe" in der Region, in der rund fünf Millionen Menschen leben.

Nach amtlichen Zahlen starben auf der Insel bisher 57 Menschen an der vom Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19, die durch das Coronavirus ausgelöst wird. Mit landesweit mehr als 10.000 Todesfällen hat das neuartige Coronavirus Italien in die schwerste Krise seit dem Zweiten Weltkrieg gestürzt.

Gleichzeitig bricht wegen der Ausgangssperre und der Schließung aller nicht lebenswichtigen Unternehmen und Fabriken die Wirtschaft immer stärker ein. Millionen Menschen haben dadurch kein Einkommen.

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