Nach seinem enttäuschenden Wochenende in Norwegen hat Marco Odermatt erstmals auch seine Zukunft im Riesenslalom angesprochen. Der Gesamtweltcupsieger schied beim finalen RTL in Hafjell bereits im ersten Lauf aus.
Nach Rang 19 im Super-G am Sonntag, seinem ersten Speed-Rennen ohne Punkte seit langer Zeit, setzte es für den Schweizer den nächsten Rückschlag. Mit Startnummer 1 riskierte er viel, kam aber nicht durch.
"Ich bin etwas zu aggressiv in den Lauf mit diesen ganzen Bodenwellen rein. Ich wollte vom Mindset her die Startnummer 1 ausnutzen und es ist leider nicht aufgegangen", erklärte Odermatt im SRF-Interview.
Im Kampf um die kleine Kristallkugel geriet der Schweizer damit unter Druck. Nach seinem Aus war er darauf angewiesen, dass Lucas Pinheiro Braathen im zweiten Lauf nicht unter die Top vier fährt. "Logisch wollte ich diese Kugel gewinnen, ich bin nicht extra ausgeschieden", stellte Odermatt klar. Er hätte die Entscheidung lieber selbst herbeigeführt.
Auffällig: Während der Riesenslalom früher als seine stärkste Disziplin galt, hat sich der Fokus zuletzt verschoben. Abfahrt und Super-G stehen inzwischen stärker im Mittelpunkt.
"Jede Kugel hat einen großen Wert. Der Riesenslalom ist meine Hauptdisziplin – oder war es zumindest", sagte der 28-Jährige. Und weiter: "Es war nicht die letzte Chance, aber ich habe diese Saison vier Abfahrten gewonnen, das war schon der Hauptfokus. Vor zwei Jahren war das noch anders. Vielleicht fehlt dieses gewisse Etwas jetzt auch."
Für die kommende Saison plant Odermatt noch Starts im Riesenslalom, auch wegen der Heim-WM in Crans-Montana. Langfristig schließt er jedoch Veränderungen nicht aus.
"Es ist offen. Nächstes Jahr habe ich sie schon noch im Kopf, wir haben eine Heim-WM und ich bin noch gut genug, um um Kugeln zu fahren. Aber danach ist dann irgendwann vielleicht schon gut", meinte er.