2021 begann die ganz große Leidenszeit von Braathen, damals noch für sein Geburtsland Norwegen startend. Der Technik-Spezialist kam kurz vor der Ziellinie des Riesentorlauf-Klassikers in Adelboden zu Sturz, flog im Zielraum ab. Der damals 20-Jährige zog sich eine Seitenbandverletzung im Knie zu, musste operiert werden und fiel lange aus.
Der Startschuss einer belastenden Zeit für Braathen. Denn plötzlich hatte der Techniker Angst davor, über den berüchtigt steilen Zielhang zu fahren. 2022, als Braathen zurück auf das Chuenisbärgli kam, war die Angst zu groß. Bei der Steilhang-Einfahrt schwang Braathen plötzlich ab, beendete das Rennen.
Seither schied Braathen in den Riesentorläufen von Adelboden stets aus. Bis Samstag. Da holte der nun für Brasilien fahrende Pinheiro Braathen nämlich den zweiten Platz hinter Überflieger Marco Odermatt – ein erlösendes Ergebnis. "Ich bin emotional heute. Das ist das erste Resultat hier nach meinem Sturz. Ich habe ein Trauma von dieser Piste, ich habe so viel Angst vor dem letzten Steilhang, vor dem Ziel", erzählte der sichtlich erleichterte Braathen im "ORF".
"Mein erstes Ziel war es, ins Ziel zu kommen. Aber ich weiß, dass ich auf einem Niveau bin, dass ich jedes Rennen aufs Podest fahren kann. Ich bin wirklich so stolz auf mich", brach es aus dem Brasilianer heraus.
Braathen erzählte, dass er auch im mentalen Bereich hart gearbeitet habe. "Es war wirklich schwer heute, lange Piste, brutaler Untergrund und keine Sicht. Deshalb bin ich wirklich stolz", so Braathen.