Die Olympischen Spiele in Cortina d'Ampezzo waren für Ski-Star Wendy Holdener alles andere als einfach. Im Slalom wurde sie Vierte, im Riesentorlauf schied sie aus. Umso schöner ist es für die Schweizerin, dass sie nach der großen Enttäuschung wieder zurück ist. Beim letzten Slalom der Saison in Hafjell fährt sie hinter der überragenden Mikaela Shiffrin auf Platz zwei.
"So die Saison beenden zu dürfen, ist richtig cool. Es wurde zum Ende des Winters immer einfacher, und ich genieße das jetzt gerade sehr", freut sich Holdener nach ihrem Podestplatz im Interview beim "SRF".
In der Disziplinenwertung holt sich die 32-Jährige hinter Shiffrin und Teamkollegin Camille Rast den dritten Platz. "Das ist eine schöne Belohnung und zeigt, dass ich die Konstanz hatte", betont Holdener. Sie gibt aber auch offen zu, dass ihr der Frust von Cortina ordentlich zugesetzt hat.
"Nach der Enttäuschung an den Olympischen Spielen hatte ich Gefühlsschwankungen und mir fehlte etwas die Motivation", erklärt die Schweizerin. Es sei "ein Chaos" in ihr gewesen. Zeit mit der Familie zuhause habe ihr aber sehr geholfen.
"Ich habe wieder ein gutes Gefühl gekriegt, welches ich versucht habe, auf die letzten Rennen zu übertragen", sagt Holdener. "Das hat gepasst und so macht es auch mehr Spaß, was ich Anfang des Jahres sicher nicht immer hatte."
Der wichtigste Punkt für ihren emotionalen Aufschwung war ihr Umfeld. "Ich habe tolle Familie, tolle Eltern und ein Betreuerteam, das alles macht. So habe ich die Freude wieder gefunden", erzählt der Schweizer Ski-Star. In Norwegen konnte sie sich auch direkt auf die Unterstützung ihrer Liebsten verlassen. Am Vorabend des Rennens hat sie gemeinsam mit ihren Eltern gegessen – etwas, das sie sonst selten tut.