Das Schweizer Ski-Ass Marc Rochat stellt seine Ski für immer in den Keller. Jetzt verrät der 33-Jährige, wie schwer ihm die Entscheidung gefallen ist.
Der Gedanke ans Aufhören habe ihn schon länger begleitet. "Ich habe schon seit mehreren Jahren gespürt, dass es körperlich und mental immer schwieriger wird. Es war ein Hin und Her", erzählt Rochat.
Eingeweiht war nur seine Frau Caroline. "Ich habe davor zu ihr gesagt: Vielleicht trete ich dort zurück – vielleicht auch nicht." Am Ende fiel die Entscheidung spontan. "Mein Bauchgefühl hat einfach gesagt: Jetzt ist es Zeit. Darauf höre ich immer."
Eigentlich lockte noch ein großes Ziel: die Heim-WM 2027 in Crans-Montana. Doch Rochat spürte, dass die Belastung zu groß geworden war. "Ich habe gemerkt, dass die Energie, die ich für eine weitere Saison hätte investieren müssen, einfach zu groß ist."
Hinzu kamen sportliche Rückschläge. Nach einem enttäuschenden Winter mit Platz 24 in Adelboden als bestem Resultat hätte Rochat seinen Kaderstatus bei Swiss-Ski verloren. Noch schwerer wog allerdings sein Gesundheitszustand.
Sechsmal musste er am Knie operiert werden. Die Schmerzen waren ständige Begleiter. "Ich hatte seit acht Jahren keinen einzigen Tag ohne Schmerzen. Weder im Alltag noch im Rennen." Selbst einfache Dinge seien zur Herausforderung geworden. "Am Morgen konnte ich kaum die Socken anziehen - und ein paar Stunden später musst du am Start stehen und funktionieren."
Trotz elf Top-10-Plätzen im Weltcup blieb ihm ein Podestplatz verwehrt. Zweimal wurde Rochat Vierter. Den größten Erfolg seiner Karriere feierte er 2025 bei der WM in Saalbach. Gemeinsam mit Stefan Rogentin gewann er Bronze in der Team-Kombination und war Teil des historischen Schweizer Dreifach-Erfolgs.
"Das war sicher der schönste Moment meiner Karriere. Diese Woche in Saalbach war unglaublich. Das gibt deiner ganzen Laufbahn einen Sinn", sagt Rochat rückblickend.
Mit seinem Karriereende hat er inzwischen Frieden geschlossen. "Ich habe alles erlebt, was ich erleben wollte. Ich würde nichts anders machen." Und weiter: "Ich muss niemandem mehr etwas beweisen, nicht einmal mir selbst. Ich hatte eine wunderschöne Karriere, und darauf bin ich stolz."