Henrik Kristoffersen hat einen Schlussstrich gezogen – zumindest gedanklich. Der norwegische Ski-Star hat nun erstmals einen fixen Zeitpunkt für sein Karriereende genannt. "Wenn das Material passt, ich körperlich und mental fit bleibe und um Siege mitfahren kann, ist nach Olympia 2030 Schluss. Diese Entscheidung steht zu 100 Prozent", sagte der 31-Jährige im Interview mit der "Krone".
Und weiter: "Das habe ich meiner Frau versprochen."
Kristoffersen, aktuell Aushängeschild der Ski-Firma Van Deer rund um Marcel Hirscher, hat nahezu alles gewonnen, was es im alpinen Skisport zu holen gibt. Nur Olympiagold fehlt noch. Genau das soll sich bis 2030 noch ändern, danach ist endgültig Schluss.
Aktuell richtet sich sein Fokus aber auf die Planai. "Für die Slalomfahrer ist das wichtigste Rennen jenes in Schladming", stellt Kristoffersen klar. "Natürlich hat Kitzbühel eine deutlich längere Tradition, aber für mich ist der Slalom auf der Planai trotzdem größer!"
Die Region ist für den Norweger längst eine zweite Heimat. Seit 2016 lebt er in Österreich. "Der österreichische Pass wäre jetzt noch toll", sagt er mit einem Augenzwinkern. Auch Silvester habe er schon mehrfach in der Gegend verbracht, "jedoch inkognito".
Sportlich jagt Kristoffersen in Schladming einen besonderen Rekord. Gemeinsam mit Benni Raich hält er bei vier Weltcupsiegen auf der Planai. "Ich will diesen fünften Sieg!", sagt er, stellt klar: "Für den Rekord zählt nur jener im Slalom, nicht der im Riesentorlauf."
Das Nightrace kennt er in all seinen Facetten. "Ich habe schon so viel erlebt: Siege, Podestplätze, einen Ausfall, auf mich geworfene Schneebälle oder eine Flitzerin", erinnert sich Kristoffersen. Die Schneebälle seien "wirklich nicht cool" gewesen, dennoch: "Ich freue mich immer wahnsinnig auf supercoole Rennen."
Seine Karriereplanung habe sich über die Jahre mehrfach verschoben. "Vor zehn Jahren habe ich zu ihr gesagt, nach 2026 ist Schluss", erzählt er. Dann sei erst die WM 2027 gekommen, später die Heim-WM 2029 in Norwegen. "Und wenn ich die fahre, dann kann ich Olympia 2030 auch gleich noch mitnehmen", lacht Kristoffersen.