Ski-Weltcup: Parallel- und Kombi-Rennen vor Aus

Marco Schwarz raste in Cortina zu WM-Gold.
Marco Schwarz raste in Cortina zu WM-Gold.Gepa
Der Ski-Weltcup würfelt sein Programm durcheinander. Parallel- und Kombirennen sollen der Vergangenheit angehören.

Paukenschlag! Streicht der Skiweltcup nicht nur die Kombi, sondern die Parallelrennen gleich mit? Der "Kurier" berichtet, dass im provisorischen Rennkalender für die kommende Saison nur die vier Disziplinen Abfahrt, Super-G, Riesenslalom und Slalom vorgesehen sind. Der FIS-Kongress muss diesen im Juni absegnen.

Am Dienstag schreibt auch die "APA", dass beide Disziplinen nicht mehr im Rennkalender stehen. Die Entscheidung hätten die FIS-Renndirektoren und die Cheftrainer der Verbände getroffen. Die Agentur zitiert einen FIS-Sprecher: "Im Moment sind das nur Spekulationen." Ein Dementi ist das zumindest nicht.

Kombinationen sind schon seit Jahren auf dem Rückzug, werden immer wieder von Trainern und Athleten kritisiert. Um für mehr Spannung zu sorgen, hatte die FIS vor der letzten Saison die Startreihenfolge im zweiten Durchgang – dem Slalom – verändert. Die Favoriten gingen zuerst auf die Strecke. So war beispielsweise das WM-Rennen der Herren schon nach wenigen Minuten entschieden. Der Österreicher Marco Schwarz holte Gold. Spannung bot der neue Modus aber kaum.

Überraschender ist die Meldung, dass auch die Parallelrennen fallen könnten. Die FIS forcierte dieses Format in den letzten Jahren. Es sei Sportfans leichter zu vermitteln, als der Kampf gegen die Stoppuhr, war immer wieder zu hören. Im vergangenen Weltcup-Winter wurde allerdings pandemiebedingt nur ein einziges Parallel-Event (Lech/Zürs) absolviert. Bei der WM in Cortina wurde neben der Kombi auch je ein Parallel-Rennen der Herren und Damen gefahren. Dabei sorgten unter anderem die unterschiedlich schnellen Kurse für Ärger, das Regel-Wirrwarr rund um die Gold-Medaille von Katharina Liensberger für Verwunderung.

Viele Trainer und Athleten sind keine großen Fans der beiden Bewerbe. Vor allem Speed-Spezialisten monieren ohnehin die ungleichen Chancen im Kampf um den Gesamtweltcup. Beide wackelnden Disziplinen bevorzugen Techniker.

Ein Problem könnte sich bei der anscheinend geplanten Streichung auftun: Bei den Olympischen Spielen 2022 in Peking wären beide Disziplinen noch im Programm vorgesehen.

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