Auf den ersten Blick wirkt in Crans-Montana alles vertraut. Schnee fällt, Einheimische erledigen ihre Einkäufe, Touristen bewegen sich durch den Ort. Im Zentrum sitzt mit Bibi auch das bekannte Maskottchen der Region an seinem Platz. Äußerlich scheint der Alltag zurückgekehrt zu sein.
Doch der Eindruck täuscht. Seit der Brandkatastrophe in der Bar "Le Constellation" sind knapp vier Wochen vergangen, und sie prägt den Ort weiterhin. Mit dem Weltcup kehrt zwar der Skizirkus zurück, das gewohnte Rahmenprogramm fehlt jedoch vollständig. Side-Events, Shows und Zeremonien wurden abgesagt, auch im Ortszentrum bleibt es ruhig.
Am Mittwoch stand das erste Abfahrtstraining der Frauen auf dem Programm. Der Start verzögerte sich mehrfach wegen starken Windes, schließlich wurde er nach unten verlegt. Die sportlichen Resultate spielten dabei eine untergeordnete Rolle, zahlreiche Läuferinnen verpassten ein Tor.
Cornelia Hütter betonte, dass eine solche Tragödie unabhängig vom Sport berühre, zugleich könne der Skisport vielleicht ein kleines Zeichen der Solidarität setzen. Am Nachmittag gedachten Vertreter des italienischen Teams der Opfer direkt am Unglücksort. In stiller Form legten Betreuer und Athletinnen Blumen und Verbandswimpel nieder. Worte gab es kaum.
Für Elena Curtoni ist die Tragödie besonders nah. Die 34-Jährige kannte den italienischen Nachwuchsgolfer Emanuele Galeppini, der mit 16 Jahren im Feuer starb. Auch seine Eltern. "Mein Mann hat mit ihnen gearbeitet. Es wird schwer sein, hier zu stehen." Hilft das Gedenken, den Fokus wieder auf den Sport zu richten? "Ein bisschen. Aber ein Teil meiner Gedanken bleibt bei den Familien."