Es war einer der schlimmsten Stürze der letzten Jahre im Weltcup: Im Dezember 2024 krachte Cyprien Sarrazin beim Training für die Abfahrt von Bormio mit voller Wucht in die Sicherheitsnetze. Der Franzose wurde mit dem Helikopter abtransportiert, musste notoperiert werden und lag mehrere Tage im künstlichen Koma. Jetzt, knapp ein Jahr später, spricht der 31-Jährige ausführlich über den Zustand – und gibt seine Zukunftsentscheidung bekannt.
"Ich habe Lust, es noch einmal zu versuchen, zurückzukommen und auf Topniveau Ski zu fahren", sagte der Speed-Spezialist gegenüber "Eurosport". Kopflos will er allerdings nicht an die Sache herangehen. Dabei hat er vor allem die Zeit nach seiner Karriere im Blick. "Wenn ich merke, dass es für Hochleistungssport nicht reicht, würde ich aufhören. Das ist sicher", so Sarrazin.
Nach seinem Trainingssturz erlitt der Franzose eine Hirnblutung, musste notoperiert werden und lag tagelang im Koma. An Skifahren war zu diesem Zeitpunkt nicht zu denken, denn es ging um das Leben des Skistars. "Sie haben mir die Hälfte meiner Schädeldecke abgenommen", so der Speed-Spezialist. Eine große Narbe, die sich über den halben Kopf zieht, zeugt vom Unfall und den schweren Wochen danach.
Jetzt will er wieder angreifen, zurück auf die Piste. Nach einer langwierigen Reha mit einigen Rückschlägen gehe es ihm mittlerweile "wirklich, gut". "Ich bin glücklich", offenbarte der Kitzbühel Doppelsieger von 2024. "Ich habe alle Fähigkeiten zurückgewonnen, nur meine Knie schränken mich noch ein. Aber ansonsten habe ich keine Spätfolgen", schildert er seine körperliche Verfassung.
Auch das Skifahren wurde ihm von den Ärzten bereits vor Monaten erlaubt. Mit der Rückkehr auf die Bretter will sich der Franzose aber noch Zeit lassen. "Ich bin vernünftig."