Urteil aufgehoben

Skitour-Unfall: Prozess gegen Bergführer startet erneut

Eine Skitour im Großvenediger endete mit Erfrierungen und Absturz in eine Gletscherspalte. Der Prozess gegen den Bergführer startet nun von vorne.
Österreich Heute
13.03.2026, 13:51
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Ein Wiedersehen mit der Justiz steht einem 48-jährigen Berufssoldaten und Bergführer bevor: Im Dezember war der Mann wegen fahrlässiger Körperverletzung zu einer teilbedingten Geldstrafe von 1960 Euro verurteilt worden – noch nicht rechtskräftig. Das Urteil gegen ihn wurde nun aufgehoben, das Verfahren geht zurück an die erste Instanz im Bezirksgericht Lienz.

Ein Sachverständiger soll klären, wie die Witterungsverhältnisse vor und während der Skitour tatsächlich waren, wie die "Kleine Zeitung" berichtet.

Skitour ging schief

Die Skitour am 12. März 2025 im Großvenedigergebiet endete dramatisch: 13 Rekruten der Salzburger Schwarzenberg-Kaserne waren unterwegs, ein 20-Jähriger erlitt Erfrierungen an sechs Fingern, ein weiterer stürzte in eine Gletscherspalte, konnte aber leicht verletzt geborgen werden.

Die Staatsanwaltschaft machte den Bergführer verantwortlich. Er soll trotz plötzlich einsetzendem Nebel, zunehmendem Wind und minus sechs Grad auf über 3000 Metern nicht die erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen getroffen haben. Dass die Tour als "Überschreitung geplant" war, mildert die Vorwürfe laut Anklage nicht.

Panik oder Umsicht?

Vor Gericht gingen die Aussagen auseinander: Einige Rekruten schilderten Panik und Angst, während ein Kadersoldat das Vorgehen des Bergführers als "umsichtig" lobte. Der Angeklagte wies die Vorwürfe zurück und erklärte, er habe sich auf die Einschätzung anderer verlassen müssen, da er die Kondition und das Skitechnische Können der Rekruten nicht selbst beurteilen konnte.

Bis zu einer neuen Entscheidung gilt die Unschuldsvermutung für den Bergführer.

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