"SNK vs. Capcom" im Test: Das Match des Millenniums?

SNK hat nach "Fatal Fury: First Contact" und "The Last Blade: Beyond the Destiny" nun auch "SNK vs. Capcom" für die Nintendo Switch bereit gemacht.

"Kult, aber nur für Retro-Freunde". Das war das Fazit beider Spieletest zu den von Entwickler SNK Corporation auf die Nintendo Switch portierten Neo-Geo-Fighting-Klassikern "Fatal Fury: First Contact" und "The Last Blade: Beyond the Destiny". Auch "SNK vs. Capcom: The Match of the Millennium" erschien vor Jahren – konkret 1999 – auf dem kleinen Bildschirm des Neo Geo Pocket Color. Wie seine Port-Vorgänger zählt auch "SNK vs. Capcom" zu den Begründern des Kampfspiel-Genres.

Klassisch startet man in den Nintendo-Switch-Port mit der Auswahl des Kämpfers, über 20 stehen dabei sowohl aus der frühen SNK-, als auch der einstigen Capcom-Ära zur Verfügung. Gespielt werden können dabei entweder Kämpfe 1-gegen-1, Tag-Team-Duelle oder 3-versus-3-Gefechte. Dann wird der Modus des Kampfstils gewählt, entweder der Standard-Kampf, das Nutzen schneller Kombo-Manöver oder eine Art Konter-Kampf. Alle Modi lassen sich im Single- und Multiplayer spielen.

Überraschend frischer Kampf

Im Gegensatz zu den beiden vorangegangenen Ports fällt bei "SNK vs. Capcom: The Match of the Millennium" auf, dass das Gameplay weniger klobig und auch heute noch relativ frisch wirkt. Verantwortlich dafür ist, dass das Game schon im Original eines der komplexesten Kampf-Spiele war, das Dutzende Angriffs-, aber auch Block- und Konter-Mechaniken nutzte. Auch war es eines der ersten Fighting-Games, das eine Art aufladbare Leiste für einen besonders heftigen Angriff nutzte. Das alles macht den Switch-Port trotz der vielen Jahre noch spannend.

Beeindruckend ist, wie einfach sich der Klassiker trotz seiner komplexen Kampf-Mechaniken auch auf der Switch spielen lässt. Quasi sofort ist man in das Game eingetaucht und schon nach wenigen Minuten gelingt es, Konter zu setzen und beeindruckende Kombos miteinander zu verknüpfen. Auch nette "Minispiele" gibt es, etwa eine Schatzsuche aus "Ghosts'n'Goblins". Dazu kommen die typischen Wettkämpfe wie Prügeln gegen die Zeit oder Sieg mit nur einem Treffer.

Schöner und fairer gestaltet

Zur Langzeitmotivation erspielt man sich in den Kämpfen Punkte und Orden, mit denen für jeden einzelnen Kämpfer neue Spezialangriffe freigeschaltet werden können. Auch grafisch macht das Game Spaß: Figuren, Hintergründe und Bewegungen sind weitaus aufwendiger als bei den anderen Ports gestaltet, auch das Trefferfeedback scheint etwas fairer zu sein als noch bei den vorigen Vertretern. Dazu gibt es aber auch hier die typischen künstlichen Klänge mit Piep- und Fieptönen alter Games.

Auch hier nutzen die Entwickler den Bildschirm zu einem großen Teil dazu, eine virtuelle Neo-Geo-Konsole einzublenden und als Bild im Bild das Kampfgeschehen im quadratischen Format wiederzugeben. Stufenweise lässt sich diese Oberfläche auch vergrößern und verkleinern. Neu: Spielszenen können für wenige Augenblicke "zurückgespult" werden, was allerdings nicht mehr als eine Spielerei darstellt. Prügeln kann man sich übrigens im Multiplayer gegen Freunde im Tabletop- und Handheld-Modus der Konsole.

Ein überraschend frischer Kampf-Klassiker

Gegenüber alten und neu aufgelegten Kampf-Klassikern zeigt "SNK vs. Capcom: The Match of the Millennium" ein überraschendes Fazit. Waren "The Last Blade" und "Fatal Fury" geniale Originale, die stark abgebaut haben, ist "SNK vs. Capcom" dagegen immer ein Nischen-Original gewesen, das dagegen nun neu auf der Nintendo Switch zu überzeugen weiß, wenn man sich an der pixeligen Grafik und den piependen Tönen nicht stört. 

Vor allem die Preisgestaltung ist dabei mehr als fair getroffen, den Port für Nintendos Hybrid-Konsole kann man sich bereits ab acht Euro aus dem Nintendo eShop auf die Switch laden. Als Sprachen stehen im Spiel übrigens bisher nur Englisch und Japanisch zur Verfügung – dafür lässt sich laut Nintendo-Webseite das Spiel auch mit einem Nintendo Switch Pro Controller zocken. "SNK vs. Capcom: The Match of the Millennium" ist zwar heute kein Jahrtausend-Titel mehr, aber ein toller Prügel-Klassiker, den man immer mal wieder gerne über die Switch flimmern lässt.

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