Coronavirus

So erklärt der Kanzler den Shopping-Wahnsinn am Samstag

Im Gespräch mit Star-Journalistin Coronna Milborn gab Kanzler Kurz Einblick in seine Überlegungen zum harten Lockdown.
Heute Redaktion
15.11.2020, 17:22

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) sprach am Sonntag im Interview mit Puls4-Infochefin Coronna Milborn über ...

Einen Bonus für die Belegschaft in Krankenhäusern: "Ich kann mir viel vorstellen, aber das ist jetzt nicht das Hauptthema. Arzte und Pfleger wollen genauso wenig wie wir Politiker, dass die Intensivkapazitäten überlastet werden. Daher auch die große Bitte an die Bevölkerung: Jeder kann seinen Beitrag leisten. Wenn die Zahlen sinken, kann die Belegschaft auch zu besseren Bedingungen arbeiten."

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Warum der Lockdown erst jetzt kommt und nicht schon im Oktober: "In einer Demokratie kann man nicht alleine entscheiden, auch als Bundeskanzler nicht. Viele – andere Parteien und auch Landeshauptleute – waren sehr kritisch, als Vorschläge in diese Richtung kamen. Da gab es die politische Bereitschaft nicht – teilweise fehlt auch jetzt bei einigen das notwendige Bewusstsein. Ich habe das Gefühl, dass die Bevölkerung vor einem Monat noch nicht bereit dazu gewesen wäre, die Maßnahmen mitzutragen."

Die Bilder vom Shopping-Wahnsinn am Samstag: "Es gibt unterschiedliche Modelle: Egal, wie man es macht, es gibt immer Schattenseiten. Wenn der Lockdown ohne Vorwarnung kommt, hat zwar niemand mehr die Möglichkeit, einkaufen zu gehen, aber es kann zu Panikreaktionen etwa bei Banken kommen. Mit mehr Vorlaufzeit kann es sein, dass die Bevölkerung es sich zwei Wochen noch einmal richtig gut gehen lässt mit vielen Treffen."

Den Schul-Lockdown: "Wir wissen, dass Kinder und Jugendliche sich natürlich anstecken und das Virus weiter egben können. Sie sind nur oft asymptomatisch und merken das gar nicht. Schulen tragen auch zum Infektionsgeschehen bei. Wir haben in Österreich Tausende Schüler, die infiziert sind, ohne es zu wissen. Ich halte die Schulschließungen für notwendig."

Die Massentests nach dem Lockdown: "Wir sind mit der Slowakei in intensivem Kontakt. Das Bundesheer hat das Land unterstützt bei der Abwicklung der Massentests. Ich hatte immer Sympathie für den Versuch. Die Slowakei konnte so zehntausende Infizierte finden, die sich in Quarantäne begaben. Das ist ein gutes Beispiel, das man kopieren sollte. Wir befinden uns in Vorbereitungen. Gewisse Gruppen sollen am Ende des Lockdowns getestet werden, bis Weihnachten weitere Teile der Bevölkerung."