So feierte Ex-Kanzler Kern den Rücktritt von Kurz

Stolz auf ihren Landeshauptmann: Parteichefin Rendi-Wagner und Altkanzler Kern bei Doskozils Landesparteitag im Burgenland.
Stolz auf ihren Landeshauptmann: Parteichefin Rendi-Wagner und Altkanzler Kern bei Doskozils Landesparteitag im Burgenland."Heute"
"Wenn ich ehrlich bin..." Ex-Bundeskanzler Christian Kern nimmt am Landesparteitag der SPÖ Burgenland kein Blatt vor den Mund.

Die SPÖ stellt den Anspruch auf das Kanzleramt – und zeigt sich am Landesparteitag im Burgenland in fast schon ungewohnt gewordener Eintracht. In Oberwart tritt Landeshauptmann Hans Peter Doskozil seinen Genossen gegenüber zur Wiederwahl.

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Zur Begrüßung von Parteichefin Pamela Rendi-Wagner gab es Küsschen. Diese machte später auch auf der Bühne klar, wie sehr sie sich freue, hier zu sein. "Ich bin stolz auf das Burgenland. Ich bin stolz auf die SPÖ im Burgenland. Ich bin stolz auf den Landeshauptmann."

"Ich hab mir einen eingeschenkt"

Gegensätzliche Gefühle hege sie dem parallel in Graz stattfindenden Bundesparteitag der ÖVP ("Heute" wird live berichten) in der Steiermark. "Die in Graz haben nur eines im Sinn: Wir sie ihren reichen Freunden Steuernachlässe ermöglichen." Dort treffe sich der "ehemalige Sebastian-Kurz-Anbetungsverein".

"In Graz trifft sich heute der ehemalige Sebastian-Kurz-Anbetungsverein."

Ähnlich sieht das Altkanzler Christian Kern. Der Moment, in dem "der junge Mann das Kanzleramt verlassen" musste, wurde bei ihm gebührend gefeiert. "Es war Nachmittag, ich bin im Büro gesessen. Und ich muss ehrlich sagen, ich habe mir einen eingeschenkt", schildert Kern. "Und wenn ich ehrlich bin: Ich habe mir auch einen zweiten und einen dritten eingeschenkt."

"Das waren fünf verlorene Jahre für das Land."

Ein Angebot an die Menschen

Unter sozialdemokratischer Regierungsbeteiligung solle alles anders werden. "wir müssen den Menschen sagen, was in der Bundesregierung schief läuft und ihnen ein Angebot machen", sagte Hans Peter Doskozil daraufhin. Denn die Aufgabe der Sozialdemokratie sei es, den Menschen zu dienen.

In seiner Rede unterstrich er auch die lange Tradition des Burgenlands, wenn es um die Flüchtlingshilfe geht. Trotzdem brauche es in der Flüchtlingspolitik strukturelle Veränderungen. "Jetzt ist die Situation aber die, dass den Ukrainern geholfen werden muss."

Doskozil will im Burgenland außerdem ein Parteispenden-Verbot einführen – seine SPÖ hätte nie eine Spende angenommen: "Die einzige Verpflichtung ,die wir haben – und die müssen wir leben – ist die den Menschen gegenüber. Und nicht den Großkonzernen." Zudem werde man den Versuch starten, bei der nächsten Landtagswahl ein "Plakatierverbot" umzusetzen. Er ist der Meinung: "Wir haben fünf Jahre Zeit, die beste Wahlwerbung für uns selbst zu machen."

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