So gefährlich sind aufgespritzte XXL-Lippen wirklich

Wann ist zu viel zu viel? Und wann wird zu viel gefährlich? Fashion_Beauty | heute.at
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Der Name schockt, an die Bilder ist man längst gewöhnt: Sogenannte "Exploding Lips" sind für immer mehr Menschen ein Schönheitsideal.

Ob Stars wie Kylie Jenner und Khloé Kardashian, Schauspielerinnen wie Bella Thorne ("O.C. California") und Chloé Cherry ("Euphoria") oder Celebrities, die sich dank Reality-Shows und Instagram einen Namen gemacht haben: An extrem aufgespritzten Lippen im TV und auf Social Media kommt man heute kaum mehr vorbei.

Puppenartiger Look

Was früher als skurril galt, hat sich in letzter Zeit zum Schönheitsideal gewandelt und sich mittlerweile auch in den Alltag verlagert. Statt nach einem natürlich-wirkenden Lippenaufbau, fragen immer mehr Kundinnen und Kunden auch beim Beauty-Doc nach dem puppenartigen Look.

"Exploded Lips"

Im englischsprachigen Raum hat sich für solche Fälle der Ausdruck "Exploded Lips", also explodierende Lippen eingebürgert. Und auch, wenn der Look auf dem ästhetischen Level reine Geschmackssache bleibt: Aus medizinischer Sicht gibt es Grenzen, die man einhalten sollte. Ranieri Mazzei ist Facharzt für plastische, rekonstruktive und ästhetische Chirurgie beim Zürcher Schönheitsinstitut Fine Skin und gibt Auskunft darüber, welche Risiken mit XXL-Lippen durch Hyaluron einhergehen.

Extrem unnatürliche Ergebnisse

"Grundsätzlich gelten Lippenunterspritzungen mit Hyaluron als risikoarm", stellt der Chirurg klar. "Dazu bedarf es aber einer ausgebildeten Ärztin oder einem ausgebildeten Arzt." Die Crux: Gerade seriöse Anbieter führen Eingriffe mit extrem unnatürlichen Ergebnissen gar nicht erst durch.

Patienten ablehnen

Auch Dr. Mazzei selbst sagt: "Wenn jemand mit dem Wunsch zu mir kommt, die Lippen übermäßig stark vergrößern zu wollen, behalte ich mir vor, diese Patientinnen und Patienten abzulehnen."

Was dann passiert, kann gefährlich enden: In der Schweiz dürfen zwar Kosmetikerund Kosmetikerinnen offiziell nicht unterspritzen – im Ausland sieht die Regelung jedoch anders aus. "Ohne die notwendige Ausbildung besteht ein erhöhtes Risiko von Hämatomen. Wer sich mit der Anatomie des Körpers nicht ausreichend auskennt, kann beim Unterspritzen Blutgefäße treffen und eine Embolie auslösen. Auch Nekrosen (Anm. d. Red.: absterbendes Gewebe) sind möglich."

Ästhetik, Ideale und Individualismus

Aber auch aus ästhetischer Sicht können Probleme auftreten. Neben asymmetrischen Ergebnissen, die schlichtweg nicht gefallen, ist auch die Haltbarkeit zu bedenken. "Wer seine Lippen stark füllen lässt, kann das nicht einfach so rückgängig machen", warnt der Experte.

"Wir haben zwar die Möglichkeit, Filler aufzulösen. Die stark gedehnte Haut bleibt aber, wirft Falten oder hängt." Zum Ausgangspunkt vor den Fillern kommt man nicht mehr zurück. Dr. Mazzei sagt es deutlich: "Die Lippen werden schlechter aussehen als vor dem Eingriff."

Lippen, Augen, Nase

Ein Profi schaut deswegen nicht nur, was möglich ist, sondern bewertet auch die Lippen im Zusammenspiel mit dem Gesicht. "Ich schaue immer, wie die Lippen mit Augen, Nase und Form des Gesichts zusammenpassen. Ich würde nie mehrere Dosen Hyaluron auf einmal nutzen, um von jetzt auf gleich super volle Lippen aufzubauen", so der Facharzt.

Im Zweifelsfall ist es daher immer besser, sich langsam heran zu tasten und lieber einmal mehr abzuwarten, ob man sich auch im Alltag mit seinen neuen Lippen wohlfühlt.

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