Österreich steht die nächste Hitzewelle bevor – mit Temperaturen von über 40 Grad. Die extreme Hitze belastet dabei nicht nur die Menschen, sondern kann auch wirtschaftliche Folgen haben. Klaus Weyerstraß vom Institut für Höhere Studien (IHS) sieht im Ö1-Morgenjournal vor allem die sinkende Arbeitsproduktivität als Problem.
Müssen Menschen bei großer Hitze arbeiten, seien Einbußen bei der Produktivität zu erwarten. Besonders deutlich zeigt sich das in Branchen, in denen die Arbeit überwiegend im Freien stattfindet. Wird wegen der hohen Temperaturen beispielsweise weniger gebaut, hat das Auswirkungen weit über die Baustellen hinaus.
Denn mit einer geringeren Bautätigkeit sinkt auch der Bedarf an Baumaterialien. Das trifft etwa Hersteller von Zement. Die wirtschaftlichen Auswirkungen reichen damit weiter: "Das setzt sich dann über die gesamte Wertschöpfungskette fort."
Angesichts zunehmender Hitze müsse Österreich deshalb Wege finden, auch bei hohen Temperaturen produktiv zu bleiben. Dafür seien entsprechende Anpassungsmaßnahmen notwendig.
Wie solche Veränderungen aussehen können, habe sich bereits in den vergangenen Wochen gezeigt. Arbeiten auf Baustellen seien teilweise stärker in die kühleren Tageszeiten verlagert worden und hätten eher am Morgen oder am Abend stattgefunden.
Auch die Verteilung der Arbeit über das Jahr könnte sich verändern. Weyerstraß zufolge werde es künftig möglich sein, mehr Arbeiten in die Wintermonate zu verlegen.
Handlungsbedarf sieht der Experte allerdings nicht nur bei körperlicher Arbeit im Freien. Auch Bürogebäude müssten an immer höhere Temperaturen angepasst werden. Dort müsse künftig stärker auf den Einsatz von Klimaanlagen gesetzt werden.
Ein weiteres Problem sind Tropennächte. Bleiben die Temperaturen auch nachts hoch, schlafen Menschen schlechter. Das könne sich am nächsten Tag wiederum auf ihre Leistungsfähigkeit auswirken und damit die Produktivität einschränken – besonders in Städten.
Um die Belastung dort zu reduzieren, brauche es deshalb zusätzliche Anpassungsmaßnahmen. Weyerstraß nennt mehr Grünflächen und Beschattungen als Möglichkeiten, um die Auswirkungen extremer Hitze abzufedern.