Der ORF fährt sein terrestrisches Sendernetz in Österreich zurück. Betroffen sind Anlagen für Fernsehen über MUX A sowie für Radio über UKW. Die Abschaltungen erfolgen laut dem vorliegenden Plan in mehreren Stufen.
Begonnen wurde bereits im Mai mit einem Test in Oberösterreich. Rund 2.500 Seher und Hörer waren davon betroffen. Am 18. August soll die nächste Reduktion in Oberösterreich und Kärnten folgen. Dort geht es um rund 23.700 Menschen.
Wie die "Krone" am Samstag berichtet sind weitere Abschaltungen demnach im September in der Steiermark geplant. Im Oktober folgt Niederösterreich, im November sollen erneut die Steiermark sowie Tirol und Vorarlberg betroffen sein.
Insgesamt sollen bis Jahresende knapp 64.000 Menschen betroffen sein, die Fernsehen oder Radio über eine Hausantenne empfangen. Fast ein Fünftel des entsprechenden Sendernetzes soll stillgelegt werden. Wien ist laut den vorliegenden Angaben als einziges Bundesland nicht betroffen.
Besondere Bedeutung hat der UKW-Empfang auch in Krisen- und Katastrophenfällen. Der Zivilschutz empfiehlt, für einen möglichen Blackout ein stromunabhängiges, batteriebetriebenes Radio bereitzuhalten. Darüber können auch bei einem Stromausfall wichtige Informationen und Warnungen empfangen werden.
Bundes- und Landeswarnzentralen übermitteln im Katastrophenfall Informationen zur Ausstrahlung über den Rundfunk. Durch die Reduktion von UKW-Sendeanlagen könnte sich daher für betroffene Haushalte auch die terrestrische Empfangsmöglichkeit verändern.
Scharfe Kritik kommt von FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker. Er stellt die Einsparungen beim Sendernetz den Strukturen und Ausgaben des ORF gegenüber.
"Am 11. August sitzt der Stiftungsrat zusammen, redet über mehr Geld und verteilt dreizehn Chefposten. Eine Woche später gehen in Kärnten und Oberösterreich die Sender aus. Gespart wird beim Sendemast im Tal, verteilt wird am Küniglberg", so Hafenecker gegenüber der "Krone".
Schlusspunkt: Für Haushalte mit Antennenempfang geht es damit nicht nur um Fernsehen und Radio im Alltag, sondern auch um die Frage, welche Empfangsmöglichkeiten im Krisenfall bleiben.
In einem Statement vom ORF heißt es gegenüber "Heute":
Die Netzabdeckung des ORF-Sendernetzes beträgt 99 Prozent des österreichischen Bundesgebietes und daran wird sich durch die geplanten Optimierungsmaßnahmen nichts ändern. Durch die Optimierung des Sendernetzes können rd. 1,5 Mio. Euro pro Jahr nachhaltig eingespart werden.
Faktum ist, dass der ORF im Zuge der ihm aufgetragenen Einsparungsmaßnahmen unter anderem auch sein terrestrisches Sendernetz in ganz Österreich optimiert, um dieses noch wirtschaftlicher führen zu können. Bis Jahresende werden Kleinstsendeanlagen in Randlagen außer Betrieb genommen, die zum größten Teil durch andere Sendeanlagen abgedeckt werden. Die "Kronen Zeitung" verwechselt in ihrer Story die Zahl der in den betroffenen Gemeinden lebenden Personen, mit der Anzahl der tatsächlich betroffenen Haushalte.
94% der Österreicherinnen und Österreicher empfangen den ORF via Satellit, Kabel oder Streaming, lediglich 6% über Antenne. Die allermeisten TV-Haushalte nutzen mehr als einen Empfangsweg. Von den in der "Kronen Zeitung" genannten theoretischen 64.000 Personen werden also, wenn überhaupt, wenige Hundert Haushalte Änderungen in der TV-Versorgung bemerken. In den meisten Fällen wird im Falle einer Doppelversorgung durch den Wechsel auf eine andere Frequenz oder die Nutzung eines anderen Empfangsweges Abhilfe zu schaffen sein. Satellit und Streaming sind weiterhin überall verfügbar. In einzelnen eng begrenzten Gebieten kann es im Zuge dieser Umstellungen zu Einschränkungen beim Empfang über Antenne oder UKW kommen.
Besonderen Wert legt der ORF auf persönliche Unterstützung: Betroffene Nutzerinnen und Nutzer können sich an das ORF‑Kundenservice wenden, um gemeinsam eine individuelle Lösung für ihre jeweilige Empfangssituation zu finden.