Der Widerstand gegen Gianni Infantino wächst von Tag zu Tag. Nach dem Aus für seinen umstrittenen Investorenplan werden die Rücktrittsforderungen lauter. Laut der britischen "Times" könnte sich der FIFA-Boss schon bald einer Krisensitzung des Weltverbandes stellen müssen – was sogleich das Ende des Schweizers an der FIFA-Spitze bedeuten könnte.
Im Mittelpunkt steht dabei der FIFA-Council, das wichtigste Entscheidungsgremium zwischen den FIFA-Kongressen. Das Gremium besteht aus 37 Mitgliedern. Damit eine außerordentliche Sitzung einberufen werden kann, müssten laut BBC mindestens 19 Mitglieder dafür stimmen.
Findet das Treffen statt, könnte Infantino offiziell zum Rücktritt aufgefordert werden. Allerdings: Zwingen könnte ihn das Council nicht. Der Schweizer könnte eine solche Aufforderung schlicht ignorieren.
Eine zweite Möglichkeit wäre ein außerordentlicher FIFA-Kongress. Dafür müssten mindestens 43 der 211 Mitgliedsverbände eine entsprechende Sitzung verlangen.
Dort könnte schließlich ein Misstrauensvotum gegen Infantino eingebracht werden. Voraussetzung dafür wäre allerdings auch ein geeigneter Gegenkandidat – und genau daran mangelt es derzeit noch.
Trotz der massiven Kritik steht der FIFA-Präsident nicht völlig allein da. Mehrere Verbände, darunter Ägypten, Marokko, Libanon und Katar, haben ihm zuletzt öffentlich den Rücken gestärkt.
Eigentlich wollte sich Infantino im März kommenden Jahres beim FIFA-Kongress in Rabat für eine dritte und zugleich letzte Amtszeit wählen lassen. Nach den Turbulenzen der vergangenen Tage scheint seine Zukunft an der Spitze des Weltfußballs allerdings so offen wie lange nicht mehr.