Vor dem Saisonauftakt hatte Rapid vor allem eines im Blick: drei Punkte. Das gelang den Hütteldorfern mit dem knappen 1:0 gegen Altach. Dennoch hinterließ der Auftritt nach einer starken Anfangsphase einige Fragezeichen. Nach der frühen Führung durch Nosa Dahl (4.) verlor Rapid zunehmend die Kontrolle, zog sich in der Schlussphase weit zurück und musste bis zum Schlusspfiff um den Sieg zittern.
"Sky"-Experte Jan Aage Fjörtoft sah zwar einen verdienten Sieger, kritisierte aber den Spielverlauf. "Rapid ist sehr tief geworden. Am Ende hat man verdient, aber auch glücklich gewonnen."
Noch deutlicher fiel das Urteil von Andreas Herzog aus. Der ehemalige Rapid-Spieler erkannte Parallelen zur Vorsaison. "Es war eine Leistung wie im letzten Jahr. Die ersten 30 Minuten waren gut, dann ist man wie in der Vergangenheit zu tief geworden und konnte nicht mehr richtig nachsetzen."
Die zunehmende Passivität nach der Pause erklärte Rapid-Torschütze Dahl bei "Sky" mit der hohen Belastung. "Wir haben zuletzt einige Spiele absolviert. Vielleicht waren es die müden Beine, vielleicht hätte uns da ein zweiter Treffer geholfen", sagte der Norweger. Für diese Erklärung hatte Andreas Herzog allerdings überhaupt kein Verständnis. "Wenn ich nach drei Partien sage, ich habe zu viele Spiele in den Beinen, dann ist es besser, man scheidet in der Conference-League-Quali aus. Ich kann diesen Dreck nicht mehr hören."
Auch Trainer Johannes Hoff Thorup sah trotz des gelungenen Saisonstarts noch einiges an Verbesserungspotenzial. "Ich glaube, wir hätten mehr Tore schießen können. In der zweiten Halbzeit haben wir allerdings den Rhythmus verloren", analysierte der Däne. Viel Zeit zum Nachjustieren bleibt nicht: Bereits am Donnerstag ist Rapid im Hinspiel der dritten Qualifikationsrunde zur Conference League beim estnischen Klub Paide Linnameeskond gefordert (18.00 Uhr). Dort wird eine Leistungssteigerung nötig sein.