Die neue FIFA-Regel, pro Halbzeit verpflichtend eine dreiminütige Trinkpause abzuhalten, sorgt weiter für Diskussionen. Vor allem, weil sie auch bei Schlechtwetter und kühlen Temperaturen stattfindet. Fans im Stadion quittieren die lästigen Unterbrechungen längst mit Pfeifkonzerten. TV-Sender nutzen die Gelegenheit für Werbeeinschaltungen.
Gut aus rot-weiß-roter Sicht: Die österreichische Bundesliga wird das Reglement nicht übernehmen. Auch die UEFA winkt ab, Champions League und Co. bleiben von Zwangspausen verschont.
FIFA-Boss Gianni Infantino lässt sich dennoch für seine Idee feiern, Kritik prallt an ihm ab. Mehr noch: Der 56-Jährige verteidigt auf X die Einführung der Trink-Regel: "Der Hauptgrund ist die Hitze. Aber wir müssen auch verstehen, dass eine Mannschaft bei dieser Weltmeisterschaft innerhalb von 39 Tagen bis zu acht Spiele bestreiten kann. Eine Möglichkeit zur Erholung ist deshalb extrem wichtig."
Noch wichtiger sei für die FIFA jedoch ein anderer Aspekt. "Wir wollen sicherstellen, dass alle Mannschaften unter denselben Bedingungen spielen. Und es ist sehr schwer zu akzeptieren, dass ein Trainer die Möglichkeit haben könnte, ein Spiel durch Umstellungen zu beeinflussen, nur weil es heißer ist, während derselbe Trainer in einem anderen Spiel, in dem die Temperatur etwas niedriger ist, diese Möglichkeit nicht hat."
Das Argument, es ginge in Wahrheit nur um eine weitere Werbepause, wischt Infantino vom Tisch. "Es gibt keine zusätzlichen Einnahmen für die FIFA, da alle kommerziellen Vereinbarungen bereits lange im Voraus unterzeichnet wurden." Was freilich nicht ausschließt, dass Spots verkauft wurden.