Wer regelmäßig Crunches macht, stellt sich früher oder später die Frage: Bin ich fit genug? Der American Council on Exercise hat dafür Richtwerte erstellt, die zeigen, wie viele Wiederholungen in verschiedenen Altersgruppen als durchschnittlich oder ausgezeichnet gelten.
Bei Männern zwischen 18 und 25 Jahren liegt der Durchschnitt bei 43 bis 49 Crunches, ausgezeichnet sind 77 bis 99. In der Altersgruppe 66+ gelten 26 bis 30 als durchschnittlich und 50 bis 66 als ausgezeichnet. Bei Frauen schaffen 18- bis 25-Jährige im Schnitt 41 bis 48 Wiederholungen, ausgezeichnet sind 68 bis 91. Ab 66 Jahren liegt der Durchschnitt bei 21 bis 25, ausgezeichnet sind 34 bis 54.
Wie chip.de unter Berufung auf das US-Gesundheitsmagazin Health berichtet, warnt Trainingsexperte Evan Williams von den Milwaukee Bucks jedoch davor, aus einer hohen Crunch-Zahl zu viel abzuleiten. Die Übung testet vor allem die Ausdauer des geraden Bauchmuskels, sagt aber wenig über die allgemeine Rumpfkraft aus.
Zur Beurteilung der tatsächlichen Core-Stärke eignen sich laut Williams Planks deutlich besser. Auch das US-Militär hat diesen Ansatz übernommen und klassische Sit-ups aus Teilen seiner Fitnesstests verbannt. Moderne Trainingskonzepte setzen zudem auf verschiedene Übungen wie Anti-Rotationsübungen oder Stabilisationsbewegungen.
Ganz unumstritten sind Crunches zudem nicht: Die wiederholte Beugung der Wirbelsäule kann bei hohem Trainingsumfang oder schlechter Technik die Bandscheiben belasten. Besonders Menschen, die viel sitzen, könnten dadurch bestehende Beschwerden verstärken.
Als Alternativen empfiehlt Williams Übungen wie Planks, Dead Bugs, Bird Dogs oder die Pallof Press. Diese Bewegungen fördern die Stabilität des Rumpfes und trainieren dessen zentrale Funktionen umfassender. Vor allem Anfänger sollten zunächst lernen, den Rumpf effektiv zu stabilisieren, bevor sie sich auf klassische Bauchübungen konzentrieren.