In sozialen Netzwerken kursieren immer mehr Inhalte, die Attentäter oder Amokläufer feiern. Nutzer heroisieren sie, verherrlichen oder verharmlosen ihre Taten. Das Problem: Diese Videos erreichen auch Minderjährige mit wenigen Klicks.
Die Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK) hat dieses Phänomen nun genauer untersucht. Sie legte nach eigenen Angaben einen Test-Account mit einem Nutzeralter von 16 Jahren an und trainierte den Algorithmus auf entsprechende Inhalte.
Das erschreckende Ergebnis, wie es bei n-tv unter Berufung auf dpa heißt: Mehr als ein Fünftel der auf der For-You-Page ausgespielten Videos bezog sich unterstützend auf Attentäter oder Amokläufer. Bei der Suche werden zudem Nachnamen von Tätern automatisch vorgeschlagen.
Um nicht aufzufliegen, nutzen Ersteller solcher Inhalte Umschreibungen und Emojis. Täter werden etwa als "Schauspieler" bezeichnet, und statt von Opferzahlen ist von "Umarmungen" oder "Geschenken" die Rede. Manche Videos zeigen sogar nachgestellte Anschläge als Gameplay.
Der Verfassungsschutz warnt: Die Online-Akteure der Attentäter-Fanszene sind oft sehr jung, weisen aber eine extreme Gewaltaffinität auf. Jede neue Tat kann zu einer weiteren Welle an Fan-Inhalten führen - ein gefährlicher Kreislauf.
Die LFK fordert nun unter anderem, dass TikTok Täternamen bei der Suche konsequent sperrt, keine KI-Zusammenfassungen erstellt und schneller auf Hinweise reagiert. Die Erkenntnisse wurden bereits an EU-Behörden übergeben.