Große Modeketten tauschen mehrmals pro Jahr ihre komplette Kollektion aus. Diese sogenannte Fast Fashion ist beliebt, kommt aber schnell aus der Mode und hat oft nur eine kurze Haltbarkeitszeit. Für die Herstellung von günstigen T-Shirts, Kleidern und Hosen werden nach wie vor Arbeiter in Tieflohnländern ausgebeutet und die Produktion von immer mehr Kleidungsstücken ist äußerst schlecht für die Umwelt. Auch Textilsammelfirmen bereitet die Qualität von Fast Fashion Mühe.
➤ Viele günstig erworbene Kleider bestehen aus Chemiefasern oder Fasermix und Kleidersammelbetriebe können die aussortierten Billigkleider deshalb weder als Secondhand-Ware noch zur Weiterverwendung verwenden.
Baumwolle ist einer der meistverwendeten Rohstoffe der Textilindustrie, doch die Auswirkungen auf die Anbauländer sind verheerend. Für die Produktion von einem Kilogramm Baumwolle werden im weltweiten Durchschnitt 11.000 Liter Wasser benötigt und die Anbaugebiete liegen vielfach in Ländern, in denen Trinkwasser Mangelware ist. Zudem wird Baumwolle größtenteils in Monokulturen angebaut, was zu einer Nährstoffverarmung der Böden führt und eine erhöhte Anfälligkeit für Schädlinge zur Folge hat. Schädlinge werden mit Pestiziden bekämpft, die im Grundwasser versickern und dadurch die Wasserqualität in der betroffenen Region massiv beeinträchtigen. Hinzu kommen lange und energieintensive Transportwege: Zuerst muss der Rohstoff in die Länder gebracht werden, in denen die Stoff- und Kleiderproduktion stattfindet, um anschließend den größten Teil der Endprodukte in einem anderen Erdteil zu verkaufen.
Die Ökobilanz anderer Naturfasern wie Hanf oder Leinen ist im Vergleich mit Baumwolle signifikant besser, da der Wasserverbrauch beim Anbau sich auf rund einen Viertel beläuft und diese Pflanzen in den meisten Fällen nicht mit Pestiziden vor Schädlingen geschützt werden müssen. Textilien aus Hanffasern sind außerdem widerstandsfähiger als andere Stoffe und müssen daher weniger oft ersetzt werden.
➤ Biologisch angebaute Baumwolle, bei deren Anbau auf chemische Pflanzenschutzmittel verzichtet wurde, ist ebenfalls deutlich besser für die Umwelt als herkömmliche Baumwolle.
Im Falle von Wolle sorgt in erster Linie die Landnutzung für eine schlechte Umweltbilanz. Neben den Weideflächen für die Tiere sind auch Anbauflächen für die Futtermittel nötig. Außerdem stoßen Schafe Methan aus: Weltweit stammen gut 20 Prozent der Methan-Emissionen von Wiederkäuern wie Kühen und Schafen. Weiter können die Fäkalien der Schafherden Trinkwasserbestände verschmutzen. Seide ist ebenfalls umstritten, da die seidenspinnenden Raupen laut Tierschutzorganisationen überzüchtet und teilweise lebendig im Kokon gekocht werden.
➤ Bei der Produktion von Kunstfasern wie Polyester und Acryl fällt der Energieverbrauch höher aus als bei der Herstellung von Naturfasern, und synthetische Kleidungsstücke wie Funktionskleidung oder Fleecejacken geben bei jedem Waschgang Mikroplastik ab, das wiederum in den Gewässern landet.
Statt sich kopflos in die Schnäppchenjagd zu stürzen, sollten umweltbewusste Kleiderkäufer vor der Kaufentscheidung einige Abklärungen treffen. Ein wichtiger Punkt ist, zu überprüfen, aus welchem Material das Kleidungsstück besteht. Biologische Baumwolle und Naturfasern wie Hanf oder Leinen weisen wie oben beschrieben eine signifikant bessere Umweltverträglichkeit auf.