Es ist eines der größten Rätsel der Erdgeschichte: Vor rund 800 Millionen Jahren war unser Planet fast vollständig zugefroren – die sogenannte Schneeball-Erde. Wissenschaftler haben nun möglicherweise die Ursache für diese extreme Epoche entdeckt.
Ein internationales Forschungsteam hat eine gigantische Kollision im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter identifiziert, die damals zahlreiche Einschläge auf der Erde ausgelöst haben dürfte.
Wie es bei heise online heißt, ist bei dieser Kollision die Asteroidenfamilie Eulalia entstanden. Aus der wurden zahlreiche Fragmente in das innere Sonnensystem geschleudert und trafen in den folgenden 100 bis 150 Millionen Jahren sowohl den Mond als auch die Erde.
Die Forscher des Southwest Research Institute in Texas konnten zeigen, dass auf dem Mond noch heute zahlreiche Krater aus dieser Epoche stammen. Auf der Erde sind die direkten Spuren zwar längst verschwunden, doch frühere Studien legen nahe, dass für jeden Mondeinschlag etwa 20 ähnliche Einschläge auf der Erde erfolgten.
"Da der Höhepunkt dieses Bombardements mit einer Phase weitreichender Abkühlung und tiefgreifender Veränderungen in unserer Biosphäre zusammenfällt, liegt die Vermutung nahe, dass Ersteres Letzteres verursacht hat", erklärt Studienleiter William Bottke.
Die Schneeball-Erde bezeichnet eine Phase im sogenannten Cryogenium vor 720 bis 635 Millionen Jahren. Bisher ging man davon aus, dass die Erde bis zu 56 Millionen Jahre komplett zugefroren war. Neuere Forschungen deuten allerdings darauf hin, dass es zwischendurch längere Unterbrechungen gab – was erklären könnte, wie auf Sauerstoff angewiesene Lebewesen diese lebensfeindliche Zeit überstanden haben.