Was auf den Rängen für Stimmung sorgen sollte, endete jetzt vor Gericht: Ein 20-Jähriger aus dem Bezirk Eferding soll laut Polizei seine Zugehörigkeit zur Fanszene eines Fußballvereins genutzt haben, um bei Spielen Drogen an andere Anhänger zu verkaufen. Mit im Geschäft: seine 49-jährige Mutter.
Über Monate hinweg sollen Mutter und Sohn gewerbsmäßig mit Suchtgift gehandelt haben. Im Mittelpunkt stand laut Ermittlern Cannabiskraut. Die Übergaben fanden aber nicht nur rund um Fußballspiele statt, sondern auch auf öffentlichen Plätzen im Raum Eferding und an der gemeinsamen Wohnadresse. Als Ermittler Anfang Februar 2026 die Wohnung des Duos durchsuchten, wurden sie fündig.
Sichergestellt wurden rund 300 Gramm Cannabiskraut sowie nicht unerhebliche Mengen Kokain, Crystal Meth und Ecstasy. Auffällig: Die Beschuldigten führten laut Polizei penible schriftliche Aufzeichnungen über ihre Verkäufe, wodurch der Suchtgifthandel "äußerst professionell organisiert erschien".
Diese Listen zeichneten ein klares Bild: Allein für Jänner 2026 konnten die Ermittler daraus einen Umsatz im mittleren vierstelligen Eurobereich nachweisen. Ein Teil des verkauften Marihuanas soll das Duo sogar selbst produziert haben.
Laut Polizei zogen Mutter und Sohn an ihrer Wohnadresse in zwei Anbauzyklen Cannabispflanzen bis zur Erntereife. Daraus sollen insgesamt rund 1,2 Kilogramm verkaufsfertiges Marihuana entstanden sein, das anschließend verkauft worden sein dürfte.
Für den 20-Jährigen klickten schließlich die Handschellen. Er verbrachte sechs Wochen in Untersuchungshaft, seine Mutter kam nach einer eintägigen Festnahme wieder auf freien Fuß. Beide zeigten sich zu den Vorwürfen teilweise geständig.
Der Sohn wurde zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von zwölf Monaten verurteilt, wobei der unbedingte Strafteil von einem Monat bereits durch die Untersuchungshaft verbüßt ist. Seine Mutter erhielt laut Polizei eine bedingte Freiheitsstrafe von neun Monaten.