Zum Glück sind Sommerferien – das dürften sich viele Schüler denken, die in den vergangenen Wochen bei brütender Hitze im Klassenzimmer sitzen mussten. Teilweise kletterten die Temperaturen wie berichtet auf über 30 Grad. Ein Ende des Problems ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: Experten rechnen mit immer mehr Hitzetagen.
Wie Bildungseinrichtung trotzdem für kühle Köpfe sorgen können, zeigt die Volksschule in St. Oswald bei Freistadt. Das rund 50 Jahre alte Gebäude wurde umfassend saniert – mit einem klaren Ziel: weniger Hitze, mehr Aufenthaltsqualität. Das Klimabündnis Oberösterreich präsentiert die Schule als Vorzeigeprojekt für den Umgang mit den immer heißeren Sommern.
Dafür wurde ordentlich umgebaut: Rund 150 Quadratmeter Asphalt verschwanden und machten Platz für einen begrünten Multifunktionsplatz. Auf den Dächern wächst nun Grün, sechs neue Bäume sollen Schatten spenden. Auch der Innenhof wurde neugestaltet und die Klassenräume so angepasst, dass sich das Gebäude weniger aufheizt.
Der Hintergrund: "Hitzeperioden, Starkregen und Trockenheit sind keine abstrakten Zukunftsszenarien mehr – sie finden direkt vor unserer Haustür statt", betont das Klimabündnis. Klimawandelanpassung sei heute kommunale Vorsorge und sichere Gesundheit sowie Lebensqualität.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Laut GeoSphere hat sich die Zahl der Tage mit mehr als 30 Grad in Österreich in den vergangenen Jahrzehnten bereits verdoppelt bis verdreifacht. Gerade Kinder, ältere Menschen und andere vulnerable Gruppen leiden unter der zunehmenden Hitze besonders stark.
Die klimafitte Volksschule ist dabei nur ein Baustein. Das Klimabündnis setzt in den Gemeinden schon jetzt auf mehr Grün statt Beton, Trinkwasserstellen, schattige Plätze und entsiegelte Flächen. So sollen Gemeinden auch bei immer häufigeren Hitzewellen lebenswert bleiben und gleichzeitig besser mit Trockenheit und Starkregen umgehen können.