Österreich ist seit Freitag (30. Jänner) in Schockstarre. In Leoben (Stmk.) wurde ein totes Kind entdeckt – Samuel, elf Jahre alt. Laut Polizei steht die eigene Mutter (39) im Verdacht, den Buben getötet zu haben.
Besonders verstörend ist nun eine Aussage, die aus dem Umfeld der Tatverdächtigen bekannt wurde. Demnach soll laut Krone die 39-Jährige als Begründung gesagt haben: "Der Bub war vom Teufel besessen!" Eine Aussage, die einem durch Mark und Bein geht – und die Fassungslosigkeit im ganzen Land noch verstärkt.
Auch das Ergebnis der angeordneten Obduktion liegt nun vor. Demnach verstarb der elfjährige Bub an schweren Stich- und Schnittverletzungen. Bereits am Freitag hatten Tatortbeamte mehrere Messer als mutmaßliche Tatwaffen in der Wohnung sichergestellt.
Die 39-jährige Tatverdächtige wurde nach ihrer medizinischen Behandlung mittlerweile in die Justizanstalt Leoben eingeliefert. Das teilte die Polizei am Montag (2. Februar) mit. Die Frau war nach der Tat verletzt und musste operiert werden. Nach Stabilisierung ihres Gesundheitszustandes konnte sie aus dem Krankenhaus entlassen werden – auf Anordnung der Staatsanwaltschaft erfolgte die Einlieferung in die Justizanstalt.
Eine förmliche Vernehmung zum Tatgeschehen konnte laut Polizei bislang noch nicht durchgeführt werden. Zunächst müsse ein Arzt prüfen, ob die Frau überhaupt vernehmungsfähig ist – und ab wann eine Befragung möglich ist. Erste Befragungen hätten jedoch bereits die bisherige Spurenlage des Landeskriminalamts gestützt: Demnach dürfte zum Tatzeitpunkt keine weitere Person in der Wohnung gewesen sein.
Die Tat ereignete sich in einer Wohngegend, die nach außen ruhig wirkt. In der Nähe liegt das voestalpine-Stahlwerk, das die Region prägt. Dazwischen: Wohnblöcke, kleine Straßen, Alltag. Ein Umfeld, in dem man an Schichtbetrieb und Kinder am Weg zur Schule denkt – nicht an eine Bluttat in einer Wohnung.
Zu den Details des Tathergangs heißt es, die Frau soll ein Küchenmesser genommen und damit im Wohnzimmer auf ihren Sohn eingestochen haben. Der genaue Zeitpunkt ist noch unklar. Fest steht: Die Tat muss am Freitag passiert sein. Samuel erschien an diesem Tag nicht in der Schule. Kurz darauf wurde er tot aufgefunden. Aus Ermittlerkreisen wird von einem "völligen psychischen Ausnahmezustand" gesprochen. Ein toxikologisches Gutachten liegt laut Berichtslage bislang nicht vor.
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In der Nachbarschaft dominiert Schweigen. Viele wollen nichts bemerkt haben, viele wollen sich nicht äußern. Doch nach einer Tat dieser Dimension bleiben Fragen: Antworten darauf sollen die Ermittlungen liefern.