Soldat (20) nach Grundwehrdienst "völlig verschuldet"

Gerald C. muss 150 Euro zurückzahlen.
Gerald C. muss 150 Euro zurückzahlen.Leserreporter
Der verschuldete Kärntner Gerald C. (20) verlor nach dem Bundesheer seinen Job. Nun soll er auch noch 150 Euro an das Finanzamt blechen.

Der 20-jährige Gerald C. (Name von der Redaktion geändert) aus Villach erhielt am 14. Jänner vom Finanzamt eine E-Mail, mit der Aufforderung einer Rückzahlung von 150 Euro. "Ich hab beim Bundesheer so wenig verdient und jetzt soll ich auch noch davon was zurückzahlen. Ich weiß mir nicht mehr zu helfen und wende mich deshalb in meiner Verzweiflung an euch", erzählt er im Gespräch mit "Heute". 

"In der E-Mail vom Finanzamt steht, dass ich von meinen 330 Euro, die ich monatlich im Grundwehrdienst verdient habe, insgesamt 150 Euro Einkommenssteuer nachzahlen muss. Wie kann das sein, wenn mein Gehalt doch unter der Geringfügigkeitsgrenze gelegen ist?"

"Hab mich für den Bund verschuldet"

Im Juni 2020 soll Gerald C., nach neun Monaten im Grundwehrdienst, abgerüstet sein. "Wegen des Coronavirus musste ich länger beim Bundesheer bleiben, als ich dachte", erzählt der 20-Jährige weiter. "Danach war ich so schwer verschuldet, dass ich noch heute mit den finanziellen Folgen zu kämpfen habe."

Grund für die Schulden sollen unter anderem die Kosten seiner Wohnung, ein Kredit, laufende Verträge und der Verlust seines Arbeitsplatzes gewesen sein. "Ich habe zwar mit meinem Chef gesprochen, aber er musste meinen Platz dringend nachbesetzen, deshalb konnte ich nach dem Grundwehrdienst auch nicht mehr in meine alte Arbeit zurück."

Gutschrift soll sich reduziert haben

"Herr C. hat am 3. Jänner 2020 von seinem Steuerausgleich eine Gutschrift von 995 Euro erhalten", erklärt Johannes Pasquali, Pressesprecher des Bundesministeriums für Finanzen, auf Anfrage von "Heute". "Das Geld wurde ausbezahlt, aber Herr C. hat damals nicht angegeben, dass er beim Bundesheer war. Deshalb musste das Verfahren erneut aufgemacht werden."

Durch den vom Bundesheer übermittelten Lohnzettel, dessen Einkünfte von Gerald C. nicht angegeben wurden, soll sich die Gutschrift automatisch auf 845 Euro reduziert haben, so Pasquali weiter. "Es wurden ihm 150 Euro von der Gutschrift abgezogen, weil er sein Einkommen beim Grundwehrdienst natürlich auch versteuern muss. Dabei zählt nämlich nicht das monatliche Einkommen, sondern das gesamte Jahreseinkommen."

Dabei handelt es sich laut Pasquali um einen korrekten Vorgang: "Jedes andere Verfahren wäre unfair gegenüber anderen Steuerzahlern in Österreich."

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