Die mögliche Lungentransplantation von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit ist ein medizinischer Eingriff mit enormer Tragweite. Zwar kann die Operation Leben retten – sie ist aber auch mit hohen Risiken und schweren Komplikationen verbunden.
Schon kurz nach der Operation droht eine der größten Gefahren: die Abstoßungsreaktion. Dabei erkennt das Immunsystem die neue Lunge als fremd und greift sie an.
Laut Experten erlebt fast jeder dritte Patient im ersten Jahr solche akuten Abstoßungsreaktionen. Um das zu verhindern, müssen Betroffene starke Medikamente einnehmen, die das Immunsystem unterdrücken.
Genau diese Medikamente bringen jedoch neue Probleme mit sich: Das Immunsystem wird geschwächt – und damit steigt das Risiko für Infektionen durch Bakterien, Viren und Pilze deutlich an.
Selbst kleinere Infekte können nach der Transplantation schnell gefährlich werden.
Auch der Eingriff birgt Risiken: An den Stellen, an denen die neue Lunge mit den Atemwegen verbunden wird, kann es zu Verengungen der Atemwege kommen. In solchen Fällen müssen Ärzte oft nachbehandeln, etwa mit speziellen Stents.
Die größte langfristige Gefahr ist jedoch das sogenannte chronische Transplantatversagen. Dabei wird das Spenderorgan nach und nach geschädigt, die Lunge vernarbt erneut und verliert ihre Funktion.
Die Zahlen sind alarmierend: Innerhalb von fünf Jahren ist etwa jeder zweite Patient betroffen. Nach zehn Jahren sogar rund drei von vier Patienten.
In vielen Fällen bleibt dann nur eine erneute Transplantation.
Auch die langfristigen Überlebenschancen zeigen, wie ernst der Eingriff ist: Nach 3 Monaten leben noch etwa 89 Prozent der Patienten. Nach 1 Jahr sind es rund 80 Prozent. Nach 5 Jahren etwa 53 Prozent. Und nach 10 Jahren nur noch 32 Prozent.
Damit zählt die Lungentransplantation zu den Transplantationen mit den niedrigsten Überlebensraten.
Trotz aller Gefahren bleibt die Operation für viele Patienten die einzige Chance. Auch für Mette-Marit könnte sie der entscheidende Schritt sein. Allerdings um den Preis eines langen und unsicheren Weges.