Mobilfunk-Revolution

SpaceX bringt 5G vom All aufs Handy

SpaceX verbindet normale Smartphones direkt mit Satelliten - ganz ohne Zusatzgeräte. Auch Europa könnte bald profitieren.
Technik Heute
04.03.2026, 13:48
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SpaceX arbeitet an einer Technologie, die die mobile Kommunikation grundlegend verändern könnte. Mit der sogenannten Direct-to-Cell-Technologie sollen herkömmliche Smartphones Signale direkt von Satelliten in niedriger Erdumlaufbahn empfangen - ohne spezielle Antennen oder zusätzliche Hardware.

Die Starlink-Satelliten kreisen in rund 550 Kilometern Höhe um die Erde und funktionieren wie fliegende Mobilfunkmasten. Dank spezieller Phased-Array-Antennen an Bord werden die Signale gebündelt und dynamisch angepasst. Das Besondere: Die Satelliten nutzen dieselben Frequenzbänder wie normale Basisstationen am Boden.

Wie forschung-und-wissen.de berichtet, kompensiert die Bordelektronik mit SpaceX-eigener Chipentwicklung den starken Doppler-Effekt in Echtzeit. Jeder Satellit erzeugt dabei Tausende räumliche Strahlen, die jeweils mehrere hundert Quadratkilometer abdecken. Aktuell sind bereits rund 650 Direct-to-Cell-Satelliten im Orbit.

Nächste Generation soll 5G-Tempo liefern

Derzeit liefert die Technologie erst wenige Megabit pro Sekunde pro Nutzer. Die kommende V2-Generation der Satelliten soll den Durchsatz jedoch um das 20-Fache steigern. Download-Geschwindigkeiten von bis zu 150 Megabit pro Sekunde wären damit möglich - echtes 5G-Tempo also. SpaceX hat bei der US-Behörde FCC einen Antrag auf insgesamt 15.000 Satelliten für den Dienst gestellt.

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Als Partner in den USA fungiert T-Mobile als Vorreiter. Doch SpaceX kooperiert bereits mit Mobilfunkbetreibern auf sechs Kontinenten, darunter Optus in Australien und Rogers in Kanada. Auch europäische Partnerschaften werden verhandelt. Die Technologie könnte vor allem in ländlichen und alpinen Regionen ohne Mobilfunkabdeckung zum Gamechanger werden.

In Europa stehen allerdings noch regulatorische Hürden im Weg. Die Nutzung terrestrischer Mobilfunkfrequenzen für Satelliten erfordert eine Anpassung der Frequenzzuteilungen. Nationale Behörden und die Europäische Kommission prüfen derzeit die möglichen Auswirkungen. Die technische Machbarkeit wurde aber bereits durch umfangreiche Tests bestätigt.

Die Signallaufzeit liegt bei unter 50 Millisekunden - deutlich niedriger als bei herkömmlichen geostationären Satellitensystemen. Für den Nutzer soll sich die Verbindung kaum von einer normalen Mobilfunkverbindung unterscheiden. Am besten funktioniert die Technik allerdings im Freien mit freier Sicht zum Himmel. In dicht bebauten Gebieten oder Wäldern kann die Leistung eingeschränkt sein.

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